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04. Juni 2005

Musik lossless shoppen - zu Fantasiepreisen

MusicGiants will sich CD-Qualität fürstlich bezahlen lassen

Ein spannendes Geschäftsmodell mit spannenden Begründungen und ebensolchen Auslassungen haben sich MusicGiants ausgedacht: in ihrem Onlineshop soll der audiophile Kunde seine Musik online in höchster Soundqualität kaufen können. Und entsprechend dafür bezahlen.

Grundsätzlich eine gute Idee - die beispielsweise vom umstrittenen Musikshop allofmp3 schon seit einiger Zeit konsequent umgesetzt wird. Zu durchaus zivilen Preisen. Und mit den Preisen ist es dagegen bei MusicGiants so eine Sache.

Zwar ist momentan nur der Katalog von EMI online. Immerhin hat es das Startup jedoch geschafft, sich von allen 5 Majorlabeln ihre Musik lizenzieren zu lassen - kein großes Kunststück, wenn man bedenkt, dass die Tracks im proprietären Windows-Format WMA mit integriertem DRM vertrieben werden. Bitraten über tausend kbps sollen die CD-Qualität garantieren. 1,29 Dollar pro Track sollen dagegen die höheren Vertriebs- und Speicherkosten des Onineshops begleichen helfen - angesichts der heutigen Trafficpreise eine gewagte Behauptung, mit der der zusätzliche Aufschlag auf die ohnehin überhöhten Preise für Onlinemusik gerechtfertigt werden soll. Hinzu kommt jedoch noch eine Jahresgebühr von 50 Dollar, die erst entfällt, wenn für mindestens 250 Dollar geshoppt wuerde. Spätestens hier kommen die Gedanken an den "Your failed Business Model is not my Problem" - Sticker in den Kopf, der zahlreiche Online-Gehversuche der Musikindustrie treffend beschreibt.

Dass sich das Angebot an "Audiophile" mit wirklich zuviel Geld richtet, wird spätestens dann klar, wenn man sich die weiteren Pläne MusicGiants ansieht: für 9500 Dollar soll die "Audio Vault" vertrieben werden, ein Player mit 400-GB-Festplatte, integrierter Soundkarte und Netzwerkanschluss.
Die Vorstellung, man habe seine Musik in Topqualität auf dem netzwerkfähigen Player, kann sie nach Belieben im Haus abspielen und je nach Bedarf komprimiert auf den Player oder gar ins Handy laden, wenn man außer Haus geht, hat nun durchaus etwas attraktives. Wie dies aber einigermaßen zukunftssicher mit DRM-geschützten WMA-Daten gehen soll, bleibt dagegen unklar. Ob sich die Zielgruppe der Audiophilen mit größeren finanziellen Möglichkeiten mit Dateien abspeisen lässt, deren Abspielbarkeit mit der Lizenzierungsbereitschaft der Playerhersteller und der Musikvertriebe steht und fällt, dürfte fraglich sein, auch wenn die Business Week mehr als rhetorisch fragt, ob die verlustfreien Audiofiles aus dem Onlineshop nun die Zukunft digitaler Musik seien.

Sie sind die Gegenwart. Bei Allofmp3.com sogar schon seit einiger Zeit.

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