Die Ziele von musicFIRST sind also klar definiert. Mehr Zahlungen seitens der amerikanischen Radiostationen, da diese nicht besser seien als die Filesharer. Es geht also nach wie vor nur um Geld, wenngleich dabei jemand attackiert wird, der mit Piraterie eigentlich gar nichts zu tun hat.
Martin Machowsky, ein Sprecher von musicFIRST, sieht dies jedoch gänzlich anders: "Es ist eine Art von Piraterie, aber nicht im klassischen Sinne, so wie wir sie uns vorstellen. Wir versorgen sie täglich mit zahlreichen neuen Tracks, weil sie sagen, sie würden die CDs promoten. [...]. Wegen der Werbung würde niemand Radio hören."
Man versucht sich hier ein neues Feld für Einnahmen zu erschaffen, indem man die Behauptung aufstellt, man würde durch etwaige Radioaufzeichnungen mehr Verluste haben. Dementsprechend müssten die Radiosender jetzt mehr Gelder abführen, um die Musikindustrie zu stützen. Dank des sehr klassischen Lobbyismus scheint es musicFIRST auch zu gelingen, diese neue Quelle zu erschließen. Deren Anwälte haben es bereits geschafft, den amerikanischen Politikern einen entsprechenden Gesetzesvorschlag in die Hand zu drücken. Der Entwurf wird gegenwärtig noch diskutiert, soll aber bald unterzeichnet werden.
Dabei ist es jedoch fraglich, ob die Radiosender die zusätzlichen Kosten überhaupt tragen können. Diese sind nämlich ihrerseits keinesfalls mit einem vollen Geldbeutel ausgestattet. Vielmehr müssen sie den täglichen Kampf gegen die Konkurrenz der Anbieter via Satellit und Internet bestehen. Auch Peer-To-Peer setzt den vermeintlichen Piraten nach eigener Aussage mitunter sehr zu. Ein Kampf unter Piraten also? Diese Entwicklung abzuwarten dürfte sehr interessant sein, insbesondere wegen der Frage, woher sich die Labels ihr Geld holen, sobald die Radiosender pleite sind.
(via afterdawn thx!)
(Bild via orbitcast thx!)
| 37 Reaktionen aus dem gulli:Board |
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Schattenspieler am 30.06.2008 19:15:07: |
pindakaas am 30.06.2008 20:51:49: |
Schattenspieler am 01.07.2008 02:28:35: |