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01. Februar 2005

MSN - Suchmaschine offiziell und erotikfrei gestartet

Kein Sex für Deutsche und starke Regionalisierung

MSN und Ficken
MSN und "Ficken"

MSN hat seine Suchmaschine search.msn.com nun offiziell an den Start gebracht. Das Design ist wie die Beta auch schlicht im XP-Look gehalten und bietet die Möglichkeiten, das Web, die Encarta online oder Newsdienste zu durchsuchen bzw. gezielt nach Bildern zu suchen. Zugriff zur Encarta mit 60.000 Einträgen gibt es für maximal 2 Stunden am Tag.

Den 8 Milliarden Seiten, die Google als im Index befindlich angibt, stellt Microsoft momentan 5 Milliarden im eigenen Index entgegen. Ansonsten hat sich zu der schon seit längerer Zeit nutzbaren Beta-Version wenig geändert.

Auffallend ist die auch in der offiziellen Version stattfindende Zensur deutschen Nutzern gegenüber - offenbar auf IP - Basis wird das Suchergebnis regional unterschiedlich zensiert. Und für Deutsche gibt es bei MSN eben keine erotischen Inhalte.

Keine sexuellen Inhalte für Deutsche

Wie wir berichteten, führt die Suche beispielsweise mit dem herzhaften Suchbegriff "ficken" zum Ergebnis, dass möglicherweise sexuelle Inhalte ausgegeben würden und man doch bitte den Suchbegriff ändern solle.

Die Beschränkung ist unabhängig vom Browser und seinen Spracheinstellungen. Durch das Surfen via Proxy wurde das Problem schnell behoben - kommt man von einem US-amerikanischen Rechner, findet man problemlos Erotik, englisch- wie deutschsprachig. Abgesehen davon, dass im (offenbar nicht allzu schnellen) MSN - Cache noch der Standard - Debian/Apache-Begrüßungstext der Seite auf Platz eins beschreibt - ToyGay, eine durchaus bereits gefüllte Page, bietet sich dem vermeintlich amerikanischen Surfer ein offenbar ungefiltertes Sammelsurium der wunderbaren Welt der Erotik im Internet. Deutschen ist dies seitens MSN eben nicht zumutbar.

Was sich seit der beta jedenfalls verändert hat: "msexcel" lässt inzwischen trotz "sex" im Begriff jegliche erotische Konnotation vermissen und führt zu Suchergebnissen.

Starke, nicht regelbare Regionalisierung der Suchergebnisse

Was weiterhin auffällt: selbst bei Einstellungen, die ausdrücklich alle Sprachen zulassen, ja sogar bei der Verwendung durchgehend englischer Suchbegriffen, regionalisiert die Suchmaschine offenbar ihre Ergebnisse. Mit den Begriffen wie "Stylesheet template" kommen immerhin zwei englischsprachige Seiten unter die Suchergebnisse, die einem ansonsten das Bild vermitteln, das Erstellen oder Anbieten von Stylesheet-Templates sei ein Phänomen des deutschsprachigen Internet.

Es bleibt das schale Gefühl, Microsoft stelle sich schon frühzeitig darauf ein, dass in Deutschland Webinhalte vermehrt gefiltert werden. Entsprechende Technologie halten sie jedenfalls vor und setzen sie, paradox genug, für erotische Inhalte in den prüden USA nicht ein, wohingegen Deutschland mit einer doch diesbezüglich freizügigeren Gesellschaft zum erotischen Niemandsland wird - wenn man es durch die msn-Filter betrachtet. Abgesehen vom kleinen Lichtblick: das gulli:board - Sexspielzeug Nummer eins wird anstandslos gefunden:

MSN kann seinen deutschen Nutzern weder Erotik zumuten und geht dazu noch bei selbst völlig internationalisierten Einstellungen und englischen Suchbegriffen davon aus, die Benutzer in Deutschland könnten kein Wort Englisch. Ob eine solche Suchmaschine ein anderes Attribut als "albern" verdient, soll dem Leser überlassen bleiben.

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