gulli: MPAA will 15 Millionen US-Dollar von The Pirate Bay einklagen
09. Mai 2008

MPAA will 15 Millionen US-Dollar von The Pirate Bay einklagen

Die Organisation MPAA hat kürzlich angekündigt, sie will im Verlauf eines neuen Gerichtsfalles 15,4 Millionen US-Dollar von den Verantwortlichen des BitTorrent-Trackers "The Pirate Bay" einklagen. Damit sollen Verluste gedeckt werden, die durch den illegalen Vetrieb von mehreren Kinofilmen und 13 TV-Episoden entstanden sein sollen.

Bei den Filmen handelt es sich um "Harry Potter", "Syriana", "The Pink Panther" und das Biographie-Drama über das Leben von Johnny Cash "Walk the Line", zuzüglich zu 13 Episoden der poulären TV-Show "Prison Break" Zusammengerechnet wurde von TPB-Usern nach Berechnungen der MPAA alleine Steve Martins Kommödie "Der rosarote Panther" und der Polit-Thriller "Syriana" über 53.000 Mal heruntergeladen.

Peter Sunde, besser bekannt als Brokep, zeigt sich von den drastischen Forderungen wenig beeindruckt. An Ernesto von TorrentFreak gewendet schrieb er: "Sie wissen, dass sie verlieren werden. Sie versuchen uns wie Kriminelle aussehen zu lassen, deswegen haben sie ihren Forderungen ein paar Nullen hinzugefügt. Das schlimmste daran ist, dass ich wegen der Höhe der Forderungen eine Wette über 100 Schwedische Kronen verloren habe. Es ist blöd, dass sie (in der Vergangenheit) von den anderen Sites wie Napster nicht mehr verlangt haben. Aber es ist cooler wenn wir den Rekord brechen."

Die MPAA-Anwältin Monique Wadsted erklärte kürzlich in einer Talkshow, dass das Urheberrecht keinen Unterschied macht, ob die Downloader ohne die Raubmordkopien den entsprechenden Film gekauft hätten oder nicht. Das Recht besagt ihrer Meinung nach, dass sie so oder so Strafe zahlen müssen. Sie rechnet damit, dass ihr Rechner früher oder später von Fanboys der TPB gehackt wird. Das Interesse an ihrer Person wäre in den letzten Monaten enorm gestiegen, als Geschäftsfrau wäre sie aber solche Reaktionen nicht gewohnt.

Spannend indes ist auch das von der MPAA unterstützte Projekt Peers2Peers. Wahrscheinlich macht man sich schon aufgrund des Domainnamens Hoffnungen, dass sich zahlreiche Kinder und Jugendliche auf der Suche nach Software, Filmen oder Musik dorthin verirren könnten. Die MPAA will hier Kinder und Teens erziehen und ihnen Respekt gegenüber den Urheberrechten beibringen. Wer ausreichend Einfluss auf die nächste Generation der Filesharer hat, braucht sich künftig weniger um Klagen und noch mehr Abmahnungen zu kümmern, so offensichtlich die Hoffnung der Antipiraten-Organisation. Getragen lucky & flo, MPAA, pirates, warez, cracks, Schnüfflerwird die Website, die zahlreiche niedliche Kinderbilder und angeblich "aufklärende" Texte beinhaltet, von der bereits 1995 gegründeten Organisation WiredSafety. Das Motto der Kampagne lautet "But together we can teach kids and teens to do what's right.".

Auch die beiden schwarzen Spürnasen Lucky & Flo, die überall auf dem Globus die Verstecke der bösen Videopiraten erschnüffeln sollen, werden erneut für PR-Zwecke der MPAA eingesetzt. Wenn das mal nicht zum Himmel stinkt...

  • 10 Kommentare zum Artikel
  • Zitat: Zitat von PhR34x0r und kein richter der welt der weiß was diese ominöse internet ist würde eine suchmaschine verknacken. toi toi toi Wie? Kein Richter? Vor kurzem war hier ein Bericht zu lesen, das TorrentSpy verurteilt wurde, 110 Millionen US-Dollar zu zahlen, obwohl TorrentSpy lediglich Links auf Torrent-Dateien anderer Websites verweist. Kann passieren wenn man von der Materie keine Ahnung ...

  • Ja, die haben bestimmt schon überwiesen... klar. Mach ich auch immer so. Das Taschengeld hat man über.

    Kontrolltroll am 10.05.2008 08:57

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