gulli: MPAA: Three Strikes Gesetz ist sinnvoll

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03. September 2008

MPAA Three Strikes Gesetz ist sinnvoll

Italien scheint sich zu einer regelrechten Heimatstätte für Interessenverbände zu entwickeln, die den Gedanken einer Internettrennung von Urheberrechtsverletzern für optimal erachten. Bei seinem jüngsten Besuch in Italien konnte sich der Vorsitzende der MPAA, Robert Pisano, nicht mehr zurückhalten. Fast hat es den Anschein, als wenn er beinahe zwanghaft sein ausdrückliches Interesse an einem Three-Strikes-Gesetz bekunden musste. Nach der Blockade von The Pirate Bay folgt vielleicht der nächste Streich in Italien?

Beim gemütlichen Small Talk mit Vertretern der italienischen Filmindustrie in Venedig äußerten diese, dass man enorm unter der Piraterie ihrer Filme leiden würde. Robert Pisano, Leiter eines operativen Geschäftsbereiches, Präsident der MPAA (und Spender für das Political Action Committee der MPAA) hatte für dieses Problem schon eine Lösung parat. Seiner Meinung nach sollte man Filesharern weiterhin fortwährend Möglichkeiten aufzeigen, damit sich diese legalen Alternativen zuwenden.

Laut Pisano ist es "[...] nicht unser Ziel, irgendjemanden zu strafen. Stattdessen müssen wir ihnen Gründe geben denselben Download durchzuführen, bloß auf legalem Weg." Als akzeptablen Lösungsweg im Kampf gegen die Raubmordkopierer sieht er dennoch das Three-Strikes-Gesetz an. Dabei hat er sehr konkrete Vorstellungen, wie das Schema der Filesharerjagd ablaufen soll:

mpaa"Man sollte bei den ersten Verstößen eine warnende E-Mail versenden, dann die Geschwindigkeit des Anschlusses drosseln und wer dann noch immer illegal herunterlädt, dem wird der Anschluss abgeschaltet." Im Klartext redet man hier also von nichts anderem, als der Einführung des Three-Strikes-Gesetzes. Wie die jüngste Blockade von The Pirate Bay gezeigt hat, dürfte dies in Italien jedoch auf besonders nahrhaften Boden fallen. Selbst Italiens Kultusminister, Sandro Bondi, hatte sich dahingehend geäußert, dass der Kampf gegen Piraterie oberste Priorität bei der Regierung habe. Wie sich diese Dringlichkeit auswirkt, wird man vermutlich in naher Zukunft erleben. Im Oktober sollen Gespräche in Italien stattfinden, bei denen es um die Zusammenarbeit zwischen der Musik- und Filmindustrie mit den Providern gehen wird. Vermutlich wird man die italienische Variante des Three-Strikes Gesetzes dort ausdiskutieren. (Firebird77)

(via torrentfreak, thx!)

(Bild via ltradio, thx!)

  • Diese Rechteinhaber nerven echt mit ihren radikalen Maßnahmenkatalogen. Anstatt Säbelrasseln sollten die vielleicht mal schauen, was wirklich faul ist. Komischerweise sind gute bis herausragende Produktionen auch immer sehr erfolgreich. Das bescheidene Produkte zu Ladenhütern werden (bzw. als Raubkopien bevorzugt konsumiert werden) liegt doch nicht am Endverbraucher, sondern am Produkt. Das Endergebnis dieses ganzen Aktionismus ist ...

    min2max am 04.09.2008 11:39
  • Zitat: "[...] nicht unser Ziel, irgendjemanden zu strafen. Stattdessen müssen wir ihnen Gründe geben denselben Download durchzuführen, bloß auf legalem Weg." Klingt ja gut, nur müsste man das auch wirklich _SO_ umsetzen. Zitat: Zitat von Bit  Das Gesetz sollte dann wohl auch den Providern nicht gefallen, wenn sie einen eigentlich zahlenden Kunden abschalten sollen und der dann zur ...

    Schattenspieler am 04.09.2008 14:53
  • @ Schattenspieler, habe das mit dem Verlust der Erwerbstätigkeit auch nicht ganz verstanden. Könnte mir vorstellen, das damit gemeint ist, dass wenn keine Internetanschluss mehr vorhanden ist, auch die evtl. regulären Einkäufe übers Netz nicht mehr stattfinden. Zum Threadtitel fällt mir nur eine Frage ein: Für WEN ist das Gesetz sinnvoll?? Gruß Mac

    Macinally am 04.09.2008 17:11
  • Genau so Sinvoll wie in Echt Leute die 3x ne Pizza klauen 25 Jahre bis Lebenslänglich zu inhaftieren für die boomende Knastindustrie in den Staaten.

    Karl Marx am 08.09.2008 00:14
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