gulli: MPA: Knast für Betreiber von Lyrics- und Notenseiten
09. Dezember 2005

MPA Knast für Betreiber von Lyrics- und Notenseiten

Kampagne gegen Songtext-Seiten für 2006 geplant

Die MPA ist die "Music Publishers Association" und daher nicht zu verwechseln mit der Vereinigung der US-Filmemacher MPAA, aber in realitätsfernen Kriminalisierungskampagnen steht sie letzterer nicht nach. MPA-Präsident Lauren Keiser sind die vergangenen teuren Abmahnungen gegen Betreiber von Songtextseiten nicht genug, er möchte die Webmaster zügig im Knast sitzen sehen.

Die BBC zitiert ihn mit den Worten, dass er nicht nur Seiten-Takedowns und Geldstrafen anstrebt. Wenn die Strafverfolger "ein wenig Gefängnis mit einwerfen würden, dann wäre ein wenig effektiver". Die Verlage gehen seit jeher gegen entsprechende Seiten vor, deren großer Vorläufer OLGA, das Online Guitar Archive, bereits in den Neunzigern zahlreiche Mirrors schließen musste. Die nun angekündigten Maßnahmen wären die erste koordinierte große Aktion gegen Betreiber von Seiten, die Songtexte oder Gitarrentabulaturen ins Netz stellen.

Nationale Gesetze geben entsprechende Strafen bislang noch in kaum einem Land her, dass die Gesetzesgeber mit entsprechenden Verschärfungen der Industrie gerne entgegenkommen, hat dagegen die jüngere Vergangenheit häufig bewiesen. Ob und wie dann beispielsweise die drei Buchstaben "Am G" kriminalisiert sind, ob man sie noch in dieser Reihenfolge öffentlich ausschreiben darf oder ausschließlich unter der Bedingung, dass die Begriffe "Uriah", "Heep", "Lady", "in" und "Black" nicht auf derselben Webseite erwähnt werden, wird die Zukunft zeigen.

  • 31 Kommentare zum Artikel
  • man soll ja die cd kaufen weil im booklet die sontexte stehen... aber auch nur in der bounsversion.. und der text von der bonussongs findet man nur auf der dvd... und so weiter... Berater

    Berater am 17.12.2005 18:25
  • Aber das beset ist die Verfolgung selber: Die Betreiber von den Seiten werden gesuht, der Anwalt der Firmen hat einen Vordruck, in den nur noch der Name eingfefügt wird und dann muss der Betreiber 1. ein paar tausend Euro für die Bearbeitungsgebühr an den Anwalt zahlen und 2. noch die Strafe an die Musikkonzerne. Ich hab noch ne Frage: Wenn ich auf Seiten (z.B. www.team-ulm.de) Lyrics in mein Profil einbinde, mache ich mich da ...

    Phunsoldier am 17.12.2005 18:41
  • Ich bin kein Jurist, aber ich fürchte schon ...

    xxxstereoxxx am 17.12.2005 18:49
  • Zitat: Zitat von gulli:news Kampagne gegen Songtext-Seiten für 2006 geplant MPA-Präsident Lauren Keiser sind die vergangenen teuren Abmahnungen gegen Betreiber von Songtextseiten nicht genug, er möchte die Webmaster zügig im Knast sitzen sehen. Die BBC zitiert ihn mit den Worten, dass er nicht nur Seiten-Takedowns und Geldstrafen anstrebt. Wenn die Strafverfolger "ein wenig Gefängnis mit einwerfen würden, dann ...

    Coca-Cola am 18.12.2005 22:01

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