gulli: Mozilla: Neue Wege der Webanalyse
13. Mai 2008

Mozilla Neue Wege der Webanalyse

Die Mozilla Stiftung möchte in Zusammenarbeit mit den Firefox-Entwicklern ein neuartiges System zur Analyse von Besucherzahlen entwickeln. Dies soll nicht aus purem Eigennutz geschehen sondern der objektiven Datenanalyse und letzten Endes dem User selbst dienen. Als Ergebnis erhält der User ein objektiveres und effizienteres Bild der Web-Nutzung, Datenschützer indes warnen vor möglichen Risiken des Unternehmens.

Aktuell gibt es drei Möglichkeiten um Webtraffic zu messen.

Die erste Variante erfordert die aktive Mithilfe der Benutzer. Der User selbst muss sich eine Software der Firma Alexa oder Compete installieren, die das jeweilige Webverhalten aufzeichnet, die dann ausgewertet werden kann. Die zweite Möglichkeit um den Verkehr im Netz zu ermitteln ist das direkte Verfolgen von der besuchten Seite aus. Quantcast kombiniert Benutzerumfragen und direct-tracking von Webseiten zur Abschätzung von Traffic. Der dritte Weg um das Surfverhalten zu ermitteln sind Aufzeichnungen von Internetprovidern. Hitwise verwendet diese Methode, um Webanalysen bereitzustellen. Großes Manko an allen drei Möglichkeiten ist die zu große Ungenauigkeit. Dafür fehlen zu viele konkrete Daten, um eine akkurate Grafik oder Bilanz zu erstellen.

Genau an diesem Punkt könnte Mozilla für Abhilfe sorgen. Aktuell befindet sich das Vorhaben in einem sehr frühen Stadium und hat auch noch keinen Namen. Bis zu Namensfindung wird es als "Data" bezeichnet. Würde sich die steigende Nutzergemeinde von über 170 Millionen für das Vorhaben begeistern so würde deren Mithilfe die Webanalyse um ein Vielfaches konkretisieren. Fraglich ist jedoch hier auch die Objektivität. Denn bei "Data" werden lediglich Daten des Firefox und nicht des IE, Opera oder Safari untersucht. Es sei dahingestellt ob Firefox-User ein anderes Surfverhalten an den Tag legen als die der übrigen Produkte. Da der Firefox jedoch mehr und mehr zum Mainstream-Browser wird, könne diese Problematik bald der Geschichte angehören. Schätzungen zu Folge liegt der Marktanteil des Browsers aus dem Hause Mozilla aktuell bei 18 %.

Sollte es zum Start des Projekts kommen, ist das Internet um eine verlässlichere und relevantere Datenanalyse reicher. Diejenigen, die der Analyse ihres tatsächlichen Surfverhaltens Mozilla, Firefox, Alexa, Hitwise, Quantcastzustimmen, werden allerdings im Gegenzug bis ins letzte Detail ausspioniert. Von daher ist abzuwarten, wie viele Personen einer solchen Zusammenarbeit zustimmen werden. (Autor: gS-)

(Via techcrunch.com)

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