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18. Februar 2008

Modepiraten und Terror Wer falsche Gucci-Taschen kauft, unterstützt den Terrorismus

Den Terror unterstützt heutzutage ja fast jeder: Filesharer, G8-Gegner, Wahlcomputer-Kritisierer, insofern wundert es wenig, dass auch das Kaufen gefälschter Modeartikel quasi bereits Beihilfe zum Mord sein soll. So argumentiert jedenfalls der US-Kongressabgeordnete Delahunt, der eine Gesetzesverschärfung durchsetzen will, die das Copyright auf Modedesigns verschärft.

Die Neuregelung des Gesetzes wird naturgemäß unterstützt von Verbänden diverser Modebranchen, die das Schuh-, Klamotten- und sonstige Mode-Business durch Nachahmer gefährdet sehen. Und man mag sich streiten über die Sinnhaftigkeit von Urheberrechten in einer Branche, die sich im Halbjahrestakt neu erfindet, um die bisherigen Produkte als "veraltet" und "aus der Mode" zu diskreditieren, aber spannender ist einmal mehr, wie der Bogen zum Terrorismus geschlagen wird, sobald Gesetzesverschärfungen gewünscht werden. Denn wer Nachahmer-Ware kauft, unterstützt den Terror, erzeugt gar konkrete "Opfer" seiner abscheulichen Tat. Delahunt:

"Die meisten Leute denken, dass der Kauf einer plagiierten Handtasche ein "Verbrechen ohne Opfer", ein harmloses Vergehen ist. Aber die Nachahmer werden von Verbrechersyndikaten geleitet, die ebenso in Drogengeschäfte, Waffenhandel, Kinderprostitution, Menschenhandel und Terrorismus verwickelt sind. ... Profite aus dem Handel mit Produktpiraterie sind an Gruppen wie die Hisbollah, schiitische Terrorgruppen, paramilitärische Organisationen in Nordirland und die Revolutionäre der FARC in Kolumbien geflossen."

Und mit William Patry will man aufatmen und erleichtert feststellen, dass wenigstens die ansonsten zu allem bereit scheinende Al Quaida wenigstens vor dem Kopieren westlicher Designermode zurückschreckt. Erschreckend hingegen, dass die Terrorunterstützung durch Produktpiraterie ja schon bis in die höchsten Kreise gedrungen ist.

Interessant ist jedoch vor allem, bei welchen Themen die Terrorkeule ausgepackt wird und bei welchen nicht. Warum nicht aus gegebenem Anlass steuerhinterziehende Manager als Terrorfreunde brandmarken - schließlich entziehen sie dem Staat Geld, das dringend für den War on Terror benötigt wird? Monopole der Energiekonzerne - denn ihr Gas beziehen sie aus Russland, und angesichts der Kalaschnikows diverser "Freiheitskämpfer" sollte doch hinterfragt werden, wohin die Lieferanten ihr Westgeld investieren? Aber das ist sicher alles an den Haaren herbeigezogen.

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