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01. Mai 2008

MIPI AntiPiracy Video mit fehlinformiertem Musiker der Frenzal Rhombs

Auf dem Wege der Weltbevölkerung zu verdeutlichen, wie schlimm Filesharing ist, versorgt man die eigenen Künstler mit Fehlinformationen, nur um ihnen ein "Anti Piracy" Statement zu entlocken. Gelingt dies nicht, so schnippelt man ihre Äußerungen einfach Sinn entfremdend in den passenden Kontext. So geschehen dem Gitarristen Lindsay McDougall der australischen Band "Frenzal Rhombs".

Als der Videoclip ausgestrahlt wurde, war McDougall mehr als aufgebracht über die Tatsache, dass er für eine "Hexenjagd" missbraucht wurde. So wurde ihm mitgeteilt, dass er in einem 10-minütigen Videoclip mitwirken sollte. Bezüglich der Aussage, worum es in dem Video geht, wurde er jedoch rundweg angelogen. Ihm wurde gesagt der 10-minütige Videoclip, welcher kostenlos an allen Highschools in Australien verteilt werden sollte, zeigt wie ein Musiker sich sein Überleben sichern muss, insbesondere wenn er noch weniger bekannt ist. Es wurde in keinster Art und Weise erwähnt, dass das Video für eine Anti-Piracy Kampagne verwendet wird.

Konfrontiert mit dieser Aussage äußerte sich Sabiene Heindl, Managerin der australischen Music Industry Piracy Investigations (MIPI), dass sie bisher von keinem der anderen Künstler oder deren Manager Probleme oder gar Beschwerden über die Art und Weise erhalten hätte, was das Video zu vermitteln ersucht. Sie stellte letztendlich sogar infrage, ob McDougall den Film überhaupt angesehen habe, denn schließlich drehe er sich nur zwei Minuten lang um die Thematik "Herunterladen von Musik - Folgen für die Musiker". Dass zwei Minuten bei diesem Kurzfilm, 20 Prozent der Gesamtspielzeit entsprechen, schien dabei für sie nicht relevant zu sein. Sie stritt des Weiteren ab, dass er fehlunterrichtet worden sei, und das alle Dokumente, die er zu diesem Videodreh zu unterzeichnen hatte, eindeutig verdeutlichten, dass die MIPI darin involviert war. Eine interessante These, die sich im realen Leben wohl so nicht anwenden lässt. Überall wo X draufsteht, ist auch X drin. Die Mogelpackung wurde also perfekt überbracht.

McDougall selbst äußerte sich zur Thematik äußerst präzise, und konnte auf eine Kernproblematik hinweisen, die schon oft angedeutet wurde, von der Musikindustrie jedoch nach wie vor als unbedeutend abgehandelt wird:

"Ich war nie aktiv gegen die illegalen Downloads und Internet Piraterie und werde es auch nie sein. Ich würde meinen Namen nie für etwas hergeben, dass gegen das Herunterladen, Piraterie oder ähnliches Zeug ist. Das ist etwas Persönliches, dass jeder Künstler für sich entscheiden muss. [...] Ich gehöre zu einer Punkrockband, es geht darum deine Musik zu veröffentlichen, auf jedem erdenklichen Weg. Du machst kein Geld mit deinen Aufnahmen, die Labels machen die Kohle mit den Aufnahmen. Wenn sie heute kein Geld mehr dafür erhalten, weil sie es verpennt haben, wie die Welt läuft, ist es deren Problem".

(Autor: Firebird77) - (Via theAge.com)

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