gulli: Microsoft versus Wikipedia: Trau keiner Enzyklopädie, die du nicht selbst gefälscht hast

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25. Januar 2007

Microsoft versus Wikipedia Trau keiner Enzyklopädie, die du nicht selbst gefälscht hast

Der Experte Rick Jelliffe beschreibt in seinem Blog, wie er zu seiner eigenen Überraschung von Microsoft kontaktiert wird. Man fragt ihn, ob er gegen Bezahlung bereit ist, die Fehler bei der Darstellung der offenen Formate (ODF/OOXML) in Wikipedia zu nennen und diese zu korrigieren.

Jelliffe dazu:

 

"Ich würde mich nicht als Microsoft-Hasser bezeichnen, ich habe mich nur inhaltlich in eine andere Richtung bewegt. Ich vertrete Auffassungen, die den durch Microsoft etablierte Standards abweichen. I am hardly the poster boy of Microsoft partisanship!"

Dazu kommt, dass die betreffenden Artikel in Wikipedia meistenteils von IBM-Mitarbeitern geschrieben und dementsprechend in ihrer Ausrichtung eingefärbt worden sind. Es ging aber um ein sachliches Statement von Seiten des Experten und nicht um eine Gegendarstellung zu Gunsten von Microsoft. Relliffe sagte unter der Voraussetzung zu, dass er die Angelegenheit in seinem Blog publik machen dürfe. Die Damen und Herren aus Redmond zeigten Verständnis und sagten trotzdem zu. Bevor er zur Tat schreiten konnte, haben sich CBS News und diverse andere Journalisten über ihn hergemacht. Man warf Microsoft Einmischung und ihm Bestechlichkeit vor. Das System dieser freien Enzyklopädie würde untergraben werden, Wikipedia-Gründer Jimmy Wales zeigte sich vom Vorgehen Microsofts enttäuscht.

Comic von der New York TimesAber Hand aufs Herz: Lieber so offen und ehrlich wie in diesem Beispiel, wo Microsoft eine ausgeglichene Darstellung der Beiträge in Wikipedia erreichen wollte, als wenn man solche Deals im Geheimen vollzieht. Die nächste PR-Abteilung bzw. Werbeagentur wird trotz eines ähnlich hohen Honorars der betreffenen Person dieser sicher nicht erlauben, wie Jelliffe mit offenen Karten zu spielen.

Stellt sich tatsächlich die Frage, ob Wikipedia und sein Gründer Jimmy Wales in diesem Fall kein Eigentor geschossen haben? Zumal Wales damit in der Vergangenheit negativ aufgefallen ist, die Darstellung seiner eigenen Person in dieser Enzyklopädie geschönt zu haben.

  • Der Experte Rick Jelliffe beschreibt in seinem Blog, wie er zu seiner eigenen Überraschung von Microsoft kontaktiert wird. Man fragt ihn, ob er gegen Bezahlung bereit ist, die Fehler bei der Darstellung der offenen Formate (ODF/OOXML) in Wikipedia zu nennen und diese zu korrigieren. weiterlesen

    gullinews am 25.01.2007 15:16
  • Jemand wird bezahlt um "Fehler bei der Darstellung" eines Artikels zu korrigieren. Das soll ein Problem sein? Das würde ich fast schon eher als MS-Sponsoring der Wikipedia ansehen, auch wenn die Interessen MS' natürlich klar sind.

    Greg5000 am 26.01.2007 11:16
  • Zitat: Stellt sich tatsächlich die Frage, ob Wikipedia und sein Gründer Jimmy Wales in diesem Fall kein Eigentor geschossen haben? Zumal Wales damit in der Vergangenheit negativ aufgefallen ist, die Darstellung seiner eigenen Person in dieser Enzyklopädie geschönt zu haben. Gibt es mehr Informationen dazu? Das würde mich doch schon sehr interessieren

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