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24. Juni 2008

Microsoft räumt ein ODF hat sich gegenüber OOXML durchgesetzt

Der Technikchef von Microsoft räumte kürzlich im Verlauf einer Podiumsdiskussion beim Red Hat Summit 2008 die Niederlage des eigenen Dokumentenformates ein. Microsofts Open Office XML (OOXML) hat klar gegen das Open Document Format (ODF) verloren, so Stuart McKee von Microsoft. Im Gegenteil: ODF habe von dem Kampf sogar profitiert. Microsoft will für das Service Pack 2 für Office 2007 die Unterstützung für das offene Format nachliefern, eine Verschmelzung der beiden Formate schloss er aber aus.

"ODF hat ganz offensichtlich gewonnen", so bezog Stuart McKee Stellung im Verlauf der Diskussion. Microsoft plant die native Unterstützung nächstes Jahr und will auch den Gremien zur Erstellung des offenen Formats beitreten.

"Wir bestreiten unser Einkommen mit den Verkäufen, dementsprechend konnten wir ODF nicht mitten im Zyklus einbinden." Ein Einbau während Office 2007 erstmals verkauft wurde, war dementsprechend nicht möglich. Man will sich aber darum bemühen, zukünftig mehr als nur Konvertierungstools zwischen den beiden Formaten anzubieten.

Im April wurde OOXML als Standard ratifiziert. Firmen wie IBM und Sun beklagten, das Format wäre zu proprietär als dass dies zu einem anerkannten Standard werden könne. Eine hitzige Diskussion zwischen den Fronten begann, die Rückkehr zu sachlichen Diskussionen war dementsprechend schwierig, so beschrieb McKee die Entwicklung. Diskussionsteilnehmer Douglas Johnson von Sun Microsystems wertet die Aufruhr als positiv. Die Debatte ermöglicht es anderen Produkten der Office Suite wettbewerbsfähig zu sein. Johnson kritisierte, der Markt wäre beherrscht von nur einer Partei, die allerdings nie auf offene Standards geachtet hätte. Er sieht die Entwicklung als Öffnung des Marktes an. Die Entscheidung wird beiden Seiten helfen, so Johnson von Sun weiter. ODF soll also ab Service Pack 2 von Office 2007 implementiert werden, eine Verschmelzung wird aber schon wegen der völlig unterschiedlichen Ausrichtung nicht stattfinden. Andere Diskussionsteilnehmer setzten sich dafür ein, dass man in der Angelegenheit eine gemeinsame Lösung findet. Es macht schlichtweg keinen Sinn für ein und dieselbe Sache zwei verschiedene Varianten anzubieten.

 

P.S.: Unser Interview mit deutschen Entwicklern von OpenOffice.org liegt in den letzten Zügen und dürfte recht bald für die Veröffentlichung bereit sein.

(via pro-linux.de & infoworld.com, thx!)

  • Schöner wäre es gewesen, die würden auf ihr OOXML komplett verzichten. Naja, träumen ist ja wohl noch erlaubt. ;-)

  • Erst haben sie keinen Bock, bei der ODF-Normierung mitzuarbeiten, hinterher schreien sie, dass ODF ja die MS-Office-Funktionalität nicht komplett abbilden könne und starten ihren eigenen Mist. Und auf einmal soll ODF doch wieder toll sein? Ich erlaub’s mir, skeptisch zu bleiben. Reden wir nochmal drüber, wenn das SP2 raus ist.

    Brother-John am 25.06.2008 19:16
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