Microsoft: Erwirbt Patent zum "proaktiven" Virenschutz

gullinews am Donnerstag, 22.05.2008 17:01 Uhr

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Der Softwaregigant Microsoft hat sich das US-Patent für den "proaktiven Virenschutz" gesichert. Bei dieser schon länger und von vielen Herstellern verwendeten Methode geht es um Virenerkennung, auch wenn diese noch nicht in den momentanen Definitionen der Scanner enthalten sind. Das Programm vergleicht in einer Datenbank die Verhaltensweisen bestimmter Programme mit anderen und urteilt dann über eine etwaige Bedrohung.

Schon im Jahr 2004 hat Microsoft einen Antrag auf Patentierung der Technik gestellt und vorgestern die Zusage erhalten. Dabei handelt es sich wahrhaftig nicht um eine ganz neue Technik, denn schon ein Jahr vorher verwendeten andere Hersteller wie Kaspersky oder McAfee Programme, die ähnliche Funktionen bieten. Genau diese Firmen könnten aber künftig ein Problem beim Einsatz dieser Methode der Virenerkennung bekommen, denn der Großkonzern Microsoft hat nun das Patent dafür und könnte dadurch zur Kasse bitten. Offiziell gilt Adrian Marinescu als Erfinder dieser Technik, er arbeitete mehrere Jahre an der Entwicklung des Windows Kernels. Zuvor arbeitete Marinescu am Windows NT Objekt Manager, einem Überwachungsprogramm für Interaktionen im Kernelsubsystem. Daraus lässt sich folgern, dass er bestens Bescheid weiß, was bei Windows auch hinter den Kulissen passiert und kann dieses angeeignete Wissen dann bei der Entwicklung von Virensoftware effektiv einsetzen. Patentiert wurde das Ganze mit folgender Bezeichnung: "System und Methodik zum proaktiven Computerschutz".

Erkennt die Software also ein verdächtiges Programm, vergleicht es seine Eigenschaften mit denen von bekannten Schädlingen in einer Datenbank und fällt dann ein Urteil über den möglichen Grad der Gefährdung. Damit soll der Schaden durch zuvor unbekannte Viren möglichst eingegrenzt werden. Hat man nun die Entwicklung von Antivirensoftware, samt neuer Technologien über einen längeren Zeitraum verfolgt - so stellt sich die Frage, ob man Microsoft wirklich als Vorreiter in diesem Sektor bezeichnen kann. Schnell zeigt sich, dass bereits 2003 die ersten Programme von McAfee und Norton diese Fähigkeiten und Funktionen besaßen. Fraglich ist und bleibt, wieso sich die beiden anderen Unternehmen ihre Technik nicht haben patentieren lassen. Oder war Microsoft einfach schneller?

Dieses Patent bietet für Microsoft nicht nur für die künftige Entwicklung enorme Vorteile, die Einkünfte durch die Lizenzierung sind nicht zu unterschätzen.

Es bleibt abzuwarten, wie McAfee, Symantec, Trend Micro und Kaspersky auf die aktuellen Geschehnisse reagieren, vor allem wenn weitaus früher als erwartet die erste Rechnung aus Redmond ins Haus flattert.

(via informationweek.com, thx)

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19 Reaktionen aus dem gulli:Board

Zipvelklatschar am 24.05.2008 01:31:03:
...

Bremsstreifen am 24.05.2008 01:43:06:
Das Programm vergleicht in einer Datenbank die Verhaltensweisen bestimmter Programme mit anderen und urteilt dann über eine etwaige Bedrohung Das heist Windows findet sich selber und löscht sich dann? Schön, Windows braucht eh keiner....

DeMagier am 24.05.2008 08:21:58:
tja ja der pinky und der brain irgendwann wird sich aber auch ein softwareriese daran verschlucken an zu vielen fronten zu kämpfen wie war das noch mit dem popkorn.... da schliesse ich mich an und warte in aller ruhe ab übrigens ich glaube noch an hacker...

 

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