gulli: Microsoft: Einspruch abgewiesen, Sammelklage folgt
25. April 2008

Microsoft Einspruch abgewiesen, Sammelklage folgt

Im Fall "Vista-capable", in dem viele US-Käufer eine Sammelklage gegen Microsoft vorbereiten, wurde am Montag ein Einspruch Microsofts gegen diese Klage in niedrigster Instanz abgewiesen. Die Klage wird also demnach wie ursprünglich geplant vor Gericht gehen. Im vorliegenden Fall geht es um die irreführende Ausweisung von Hardware anhand eines Aufklebers, welcher den Geräten bescheinigte Vista-fähig zu sein.

Der Sticker wurde bereits auf die Geräte geklebt, Monate bevor Vista selbst überhaupt auf dem Markt verfügbar war. Die Kläger beklagten, eine der elementarsten versprochenen Eigenschaften des Betriebssystems würde nicht den Tatsachen entsprechen, Microsoft legte Widerspruch dagegen ein. Man wollte die Aufdeckung interner E-Mails verhindern, weil man befürchtete, dadurch könnte die Glaubwürdigkeit des Unternehmens geschädigt werden. Erst vor kurzem verlor Apple einen ähnlichen Fall, in dem es für iMacs warb, die Millionen von Farben zeigen sollten, jedoch konnte dieses nur die teuerste Variante.

Hätte das Gericht den Einspruch akzeptiert, wäre das bereits beschlagnahmte Material von 158 Seiten an Konversation per E-Mail zwischen 29 Unternehmen und Microsoft nicht als Beweismaterial verwendbar gewesen. Es durften keine weiteren Nachforschungen angestellt werden, solange die höhere Instanz nicht entschieden hatte. Dies hätte zu einer weiteren für Microsoft günstigen Verzögerung geführt. Aktuell hatte Microsoft sogar einen Antrag auf Einstellung des Prozesses zur Sammelklage gestellt. Unter den Unternehmen befinden sich Partner, wie Dell, Best Buy und Wal Mart aber auch Intel, Hewlett-Packard, fast alle hatten, nachdem Vista zum ersten Mal ausgeliefert wurde, im Januar 2007 Warnungen und Beschwerden an Microsoft gesandt, weil sie die Anforderungen, denen die Hardware ausgesetzt wurde, die mit dem Sticker versehen war, als zu hoch einstuften. Die Funktionalität würde für die Kunden eine Verwirrung darstellen, ähnlich wie es der Unterschied zwischen HD-Ready und Full-HD tut.

Weiter heißt es, dass die Unternehmenspartner von Microsoft die Strategie als Schikane betrachten und diese entsprechend schlecht fürs Geschäft sei. Der Vertreter der Klägerseite äußerte sich zufrieden bezüglich der Entscheidung des Gerichts. Man freue sich weitere Nachforschungen tätigen zu können und einen neuen Gerichtstermin zu vereinbaren, Jeff Thomas.

Wo aber soll so ein solches Verhalten enden, wenn zwar solche Prozesse geführt werden, diese aber die Konzerne kaum finanziell belasten? Früher sprach man von einer Lüge, wenn ein Produkt nicht das Versprochene leistete. Heute wird eine solche Strategie als Gier abgestempelt, mit dem Risiko eines Gerichtsverfahrens, dessen Folgen im Unternehmen oftmals kaum bemerkt werden. Zahlreiche Kläger hoffen nun darauf, dass zumindest in diesem vorliegenden Fall ein Exempel statuiert wird. Ob dies ein American Dream bleibt, den die Kläger da träumen, bleibt indes abzuwarten. (Autor: bitrao

(Via computerword.com)

  • 9 Kommentare zum Artikel
  • Also mein Linux hat eine schönere Grafische Oberfläche als Vista :P

  • Zitat: Zitat von Steph-Christopf Grund: Microsoft hat aus welchen Gründen auch immer, zwei Standards definiert. Also diese Aufkleber, die auf PCs und Notebooks geklebt werden. Der erste hieß "Windows Vista capable" und bedeutete das Vista auf diesem PC aufgrund von Treibern etc. laufen wird. Dabei verschwiegen wurde jedoch, dass Windows AERO (also die hübschen Fenstereffekte etc.) nicht laufen wird, diese ...

    t-master am 27.04.2008 12:43

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