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04. Januar 2008

Microsoft DRM inkompatibel mit Microsoft DRM Sorry, deine Filme sind weg

Mit Raubkopien wäre das nicht passiert: Weil ein HDTV-Fan sich einen hochauflösenden Monitor gekauft hatte, wurde er vor die Wahl gestellt: Entweder die bei Netflix gekauften Filme ansehen und dafür alle per Amazon Unbox gekauften Filme verlieren, oder weiter Amazon-Filme sehen und kein Netflix-Video. Ironie des Schicksals: beide "Schutzmaßnahmen" sind von Microsoft. Eine Lösung ist vorerst nicht in Sicht.

Dem DRM-Irrsinn wird damit jedoch eine weitere Krönung verpasst - dass gekaufte und bezahlte Filme nur auf bestimmten Geräten abgespielt werden können, ist nichts neues, dass verschiedene "Schutztechniken" gelegentlich zu seltsamen Wechselwirkungen führen, ebensowenig - dass jedoch zwei Videoplattformen trotz gleichem DRM-Hersteller derart inkompatibel sind, dass der Totalverlust der gekauften Medien droht, hat eine neue Qualität.

Hintergrund: der Kunde kaufte einen HDTV-Monitor. Das NetFlix-DRM befand daraufhin, dass die hohen Auflösungen nicht mehr den Bedingungen entsprechen, zu denen die Filme gekauft wurden. Ergo: Abspielsperre. Die Lösung wurde zumindest angeboten: ein Reset des MS-DRM. Problem dabei: im Verlauf dieses Resets gehen alle Abspiel-Lizenzen verloren, die zuvor erworben wurden. zu deutsch: die komplette Videosammlung, die zuvor bei Amazon Unbox geshoppt wurde, wird Datenmüll.

Der Export und der Reimport der Lizenzen sei ein "nicht trivialer" Vorgang, so der Kunde, der offenbar durchaus technikaffin und -kompetent ist, hier aber doch lieber bei Netflix nachfragte. Dort wurde ihm geraten, einfach die Bildschirmauflösung herunterzusetzen. Nach weiteren Fehlern wurde er an Microsoft verwiesen, wo wiederum der Rat gegeben wurde, sich an den Hersteller der DRM-Soft zu wenden. Zitat:

"Angesichts dessen, dass Microsoft selbst der Hersteller der COPP-Software ist, wusste ich nicht mehr, an wen ich mich nun jetzt wenden sollte."

Alles kommt zusammen: trotz gleichem Hersteller kommen die verschiedenen DRM-Formate nicht miteinander zurecht - trotz Vista, dem aktuellen MS-OS. Betroffen: Käufer legaler Videoangebote. Schlimmer noch: die Zielgruppe schlechthin, die aktuelle Hardware shoppt und gleich bei mehreren Anbietern von Videos ihr Geld ausgibt.

Solange es zu solchen Zwischenfällen kommt, braucht sich niemand zu wundern, wenn sich frustrierte Käufer an die unlizensierten Kopien halten - schließlich ist bei denen wenigstens davon auszugehen, dass sie a) abgespielt werden können und b) nicht zufällig teuer gekaufte Videos auf der heimischen Platte schlicht unbrauchbar machen.

  • 47 Kommentare zum Artikel
  • Zitat: Zitat von titus_shg  Weiss ich nicht, ich mach doch sowas nicht.... Natürlich nicht, wie komme ich bloß auf diese idiotische Idee Vielleicht sind ja ein oder zwei Leute bekannt, die jemanden kennen, dessen Patenkind das vielleicht mal gemacht haben könnte oder davon gehört hat.

  • Das ist mit sicherheit schon jedem passiert der sich software/lieder/filme kauft. Aber das die mal was draus lernen... Fehlanzeige

    marineminister am 05.01.2008 03:21
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