gullinews am Freitag, 14.11.2008 12:28 Uhr (Rating: 


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Als Paramount Vantage und Overture im Mai Michael Moore's lang ersehnten Follow-up zu "Fahrenheit 9 / 11" ankündigten, betonten führende Köpfe der Film hätte eine nicht zu verachtende außenpolitische Tragweite. "Dies wird ein Angriff auf das Geschehen in der Welt und Amerikas Rolle darin", sagte der Chef von Paramount Vantage Nick Meyer.
Aber als sich der Wind in der politischen Landschaft in den Monaten vor der Wahl zu drehen begann - arbeitete Moore an einer subtilen Neuausrichtung seines Film. Anstatt sich der Außenpolitik anzunehmen, konzentriert sich der Film jetzt mehr auf die globale Finanzkrise und die US-Wirtschaft.
Der Film, der noch keinen Namen hat, wird eine "End-of-the-Imperium"-Story beinhalten. Das sagen diejenigen, die mit dem Projekt vertraut sind, und Moore hofft zweifellos, dass die neue allgemeine Krise, seinen Film universeller macht. Er wechselt das Thema, um nicht nur einen bestimmten politischen Augenblick einzufangen, sondern er soll das Dokument einer Wegmarke werden.
Aber einige Experten fragen sich, wie Moore seine Unabhänigkeit wahren will. Natürlich war es einfach in der Ära von George W. Bush seinen Pessimismus zu zelebrieren und eine Opposition zur US-Politik einzunehmen. Diese Haltung diente dem Filmemacher, um bekannt zu werden. Aber wie wird er nun das aktuelle Klima filmisch einfangen unter dem neu gewählten Präsidenten Barack Obama.
"Wenn Moore ein Rezept dafür hätte, wie die Situation verbessert werden könnte, so kann er tatsächlich ein Publikum finden. Dieses ist in diesem Moment offen für eine Vision nach dem Wechsel", sagte Craig Minassian, ein Multimedia-Berater und ehemaliger Berater von Bill Clinton. "Aber es wird schwer für ihn. Diese Wahl hat gezeigt, was in Amerika passieren kann, und meistens zeigt Michael Moore, was in Amerika nicht passiert."
Zwischenzeitlich birgt eine Neuausrichtung des Films auf den Zusammenbruch der Märkte eine Gefahr, sagte Minassian. "Das Problem mit der Finanzkrise ist, dass sich die Situation so schnell verändert. Ich bin mir nicht sicher, wie relevant sie in sechs Monaten noch ist, und ich bin mir nicht sicher, ob die Leute das überhaupt hören wollen. Meine Vermutung ist, dass ein Grossteil der Menschen längst durchschaut hat, wer dafür verantwortlich zu machen ist."
Eine Wahl zugunsten der Demokraten hat nun einige der Faktoren gekippt, die Moore sowohl in den USA, als auch im Ausland während der Bush-Jahre so populär machten und die dafür sorgten, dass seine drei großen Filme in dieser Zeit auf ein Einspielergebnis von mehr als 300 Millionen Dollar kamen.
Es ist ein Vorteil, dass Moore meistens eine Menge Material schießt und viele kritische Entscheidungen erst später am Schneidetisch trifft, sodass sich der Grundtenor seines Films noch verschieben lässt. Man kann im Vorhinein nicht wissen, wie ein Moore-Film letztlich aussehen wird. Overture und Vantage lehnen es derzeit ab einen Kommentar abzugeben. Moore steckt im Dreh-Fieber, und der Film wird frühestens im Frühjahr erwartet. Vantage und Overture hoffen auch, dass er vom derzeitig hohen politischen Bewusstsein profitiert.
Moore hat auch gesagt, dass er den Film in gewisser Hinsicht weniger als eine Fortsetzung des Nahost-Mottos aus "Fahrenheit 9 / 11" begreift, sondern als eine Fotsetzung von "Roger & Me", mit dem Micheal Moore vor fast zwei Jahrzehnten der Durchbruch gelang. Dort ging es um die US-Wirtschaft und die Automobilindustrie. Genau dort liegt der Hase immer noch im Pfeffer und Moore scheint auch unter dem neuen Präsidenten den richtigen Riecher für politische Themen zu haben.
Während Moore noch an seinem Film schustert, läuft in den deutschen Programmkinos bereits ein Film, der sich mit den Folgen der Globalisierung kritisch auseinandersetzt. Zu "Let's Make Money" von Erwin Wagenhofer (Feed The World) schreibt Filmstarts.de:
"Er deckt im Detail auf, wie die westliche Elite ihr Geld auf Kosten der Wehrlosen in den Entwicklungsländern vermehrt. Dabei liefert er eine messerscharfe Analyse des heutigen Finanzsystems, das bekanntermaßen gerade eine schwere Krise durchläuft. Durch die aktuellen Bankenpleiten erlangt der Film eine ungeahnte Brisanz."
Vielleicht ist das gute alte Europa der Welt(wirtschaft) einen Schritt voraus? (doubel screening)
(via hollywoodreporter, thx!)
(Bildquelle: filmstarts.de)
Und lieben Dank an Liorin für ihren vortrefflich gezeichneten Cartoon!
| 21 Reaktionen aus dem gulli:Board |
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Sajeth am 15.11.2008 12:14:08: |
Destiny666 am 15.11.2008 12:54:31: |
Sajeth am 15.11.2008 13:02:46: |