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14. April 2005

MGM vs. Morpheus Interview mit dem Morpheus-CEO zum Prozess

Prozessdetails und P2P-Zukunft von Michael Weiss

In einem Interview mit Zeropaid gibt Morpheus-CEO einige interessante Einblicke in Hintergründe des momentan laufenden Gerichtsverfahren vor dem US-Supreme Court, in dem MGM die Herstellung von Tauschbörsensoftware kriminalisieren will. Weiter gibt er einige Ausblicke auf die Zukunft des Filesharing, in Abhängigkeit vom Prozessausgang.

Auch nach dem Abschluss des laufenden Gerichtsverfahrens sei mit einem neuen Prozess zu rechnen - ursprünglich seien neben Morpheus und Grokster auch die Produzenten von KaZaA verklagt worden, welche nach ihrem Verkauf an Sharman Networks aus dem gemeinsamen Kurs der beiden anderen Tauschbörsenbetreiber ausscherten, schnellstmöglich ein gemeinsames Urteil zu erreichen. Gegen KaZaA wird momentan daher nur in Australien verhandelt, ein Prozess vor US-Gerichten stehe dagegen noch aus.

Bezüglich der Kosten der Verfahren nennt Weiss Kosten in Höhe von vier Millionen US-Dollar, die bislang angefallen seien - trotz der Unterstützung durch die Electronic Frontier Foundation, die ein spendenfinanziertes Anwaltsteam stellte und Grokster ebenfalls ein Team zur Seite steht, welches auf Spendenbasis für sie arbeite.
Zur Neuverhandlung vor dem Supreme Court wurde Morpheus geraten, einen weiteren Anwalt heranzuziehen, welcher Prozesserfahrung vor dem Supreme Court mitbringe. Eine ungenannte Organisation wollte diesen zunächst finanzieren, musste das Angebot auf Druck der Musikindustrie jedoch zurückziehen, so Weiss. In diese Lücke sprang der Milliardär Mark Cuban, der diese Kosten nun übernahm.

In Bezug auf den Prozessausgang gibt sich Weiss optimistisch - doch selbst im Falle ihres Unterliegens sei der Geist aus der Flasche - auch ein Urteil gegen die Hersteller würde P2P nicht mehr in die Flasche zurückdrängen, aus der es nun einmal geschlüpft sei. Selbst Morpheus und Grokster dürften weiterexistieren - auch wenn sie vom offiziellen Devteam nicht mehr weiter gepflegt werden könnten. Dennoch würde eine Gesellschaft zu befürchten sein, in der "jedes File mit digitalem Fingerabdruck versehen, jeder User getaggt, jede Suche überwacht und jedes Suchergebnis gefiltert" würde.

Für Morpheus sieht Weiss eine Weiterentwicklung der Technik kommen - bereits mit NEOnet sei die Suche und die Usability stark verbessert worden. Die kommende Version 5 solle nochmals komplett überarbeitet werden und noch weiter optimierte BitTorrent-Unterstützung beinhalten. Seine Ankündigung, das programm ad- und spywarefrei zu releasen, relativiert er aber sofort wieder praktisch zum Gegenteil der Aussage: Morpheus käme ad/spywarefrei, jedoch gebündelt mit "einem oder zwei zusätzlichen Softwarepaketen", mit denen Morpheus ihr Geld verdienen müsse. Diese könnten ohne Auswirkungen auf die Performance wieder deinstalliert werden. Ein neues Geschäftsmodell, das ohne die Spyware auskommt, sei jedoch in Planung.

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