Open-Source-Software, so der entsprechende Wikipedia-Eintrag, "bietet sich zum Lernen, Mitmachen und Verbessern an", denn sie "'lebt' förmlich von der aktiven Beteiligung der Anwender an der Entwicklung". Verglichen mit herkömmlicher Software vollzieht sich ihre Entwicklung "atemberaubend". Das haben nun auch die Bekämpfer von Viren, Würmern und Co. aus dem Hause McAfee herausgefunden.
Die in diesen Tagen erschienene Erstausgabe ihres Magazins Sage, das in zwei Ausgaben pro Jahr sich mit neuen Entwicklungen und Trends auf dem Gebiet der Computer- und Netzwerksicherheit befassen soll, fragt ganz plakativ, welcher Preis zu zahlen sei für die Vorteile quelltextoffener Software. "Wie jede nützliche Entwicklung", wird gewarnt, "birgt auch Open Source ein großes Risiko in sich".
Gab es früher zwar auch schon Bastel-Kits für Viren und Co. und setzten zwischenzeitlich deren Programmierer auch auf eine Modularisierung ihrer Software, die eine Anpassung und Erweiterung um neue Funktionen erleichterte, komme mit Schadsoftware, die Open-Source-Code nutze und selbst als Open Source entwickelt werde, eine neue Bedrohung auf Computer-Nutzer und Netzwerke zu.
Die Überschriften weiterer Beiträge des Magazins - "Open Source in Windows-Rootkits", "Bessere Bots mit Open Source" - sind denn auch nicht gerade geeignet, den Leser zu beruhigen, der zudem auch noch erfährt, daß hinter mancher Schadsoftware überaus ernsthafte finanzielle Interessen steckten bzw. sie in einer vernetzten Welt schier unermeßlichen finanziellen Schaden anrichten könnten.
Michael Davis, Forscher bei McAfee, erläutert dies recht anschaulich am Beispiel relativ neuartiger Bot-Netze, die zwar von Menschen kontrolliert und mit Open-Source-Methoden entwickelt würden, aber dadurch, daß sie praktisch eine Art Eigenleben entwickelten, eine immer größere Gefahr darstellten, die sich zugleich immer schneller ausbreiten könne und gegen die immer schwerer anzukommen sei.
Auf diese Weise professionell verunsichert, bleibt beinahe nur noch der Schluß, Open Source als Gefahr für den Planeten und sich selbst zu verdammen, andererseits aber käme wohl selbst bei McAfee niemand darauf, ein Magazin mit ähnlich düsteren Vorahnungen über VisualBasic vollschreiben zu lassen, nur weil diese Sprache genutzt wurde, einen seinerzeit recht "erfolgreichen" Wurm, der die Bekanntheit einer russischen Tennis-Spielerin ausnutzte, zu programmieren.
Ist schon ein paar Jährchen her, werden sich nur noch wenige daran erinnern. Such mal in Google nach "McAfee Magic Lantern". Vielleicht ist das ein oder andere noch online. Edit: http://www.heise.de/newsticker/search.shtml?T=mcafee+fbi&button=los%21 War das FBI und auch keine Backdoor, sondern ein absichtliches Ignorieren von Spionagesoftware durch McAfee Produkte. Die grauen Zellen lassen wohl langsam nach. Wie dem ...
Zitat: Zitat von Gravenreuth aber die Gefahr, dass auch mittelmäßige Programmierer OS-Viren "verbessern" können ist wohl nicht von der Hand zu weisen! Natürlich nicht. Ein Glück, dass es Betriebssysteme gibt, die Quellengeschützt sind. Man stelle sich diese Schreckensvision vor: Ein weitverbreitetes, von professionellen und gutbezahlten Codern geschriebenes Betriebssystem eines weltweit ...
Toady, ich finde deine Beiträge immer sehr erheiternd. Bitte mehr davon! Kann mir jemand aufhelfen?
Tja, Leben ist gefährlich, würde sonst auch keine Spass machen. Zum Glück gibt es Betriebssysteme mit Zugangsbeschränkung, die die Welt etwas schöner und sicherer machen.