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02. Mai 2007

Maulkorb für Militärblogger Mail- und Blogverbot für US-Soldaten

Da die enthaltenen Informationen möglicherweise kritische Daten beinhalten, werden US-Soldaten strenge Richtlinien bezüglich Email und Blogs auferlegt. Ohne die Freigabe durch einen Vorgesetzten darf nichts mehr von der Front gebloggt oder gemailt werden. Faktisch käme dies einem Maulkorb gleich, so die Army-Blogger, da die Kontrolle einen hohen Aufwand bedeute und viele Vorgesetzte den einfacheren Weg des Komplettverbots einschlagen werden.

Matthew Burden, Autor des "Blog of War", bezeichnete die Maßnahme als letzten Nagel im Sarg für das Bloggen von der Front. die "ehrlichste Stimme aus der Kriegszone" werde mit der Verordnung mundtot gemacht. Die Truppen wurden tatsächlich lange Zeit als bestes PR-Mittel des Militärs gesehen, da sie direkt vor Ort einer breiten Öffentlichkeit von den tatsächlichen Zuständen beispielsweise im Irak und Afghanistan berichten konnten. Das Klima sei mit der Zeit jedoch umgeschlagen - die Zensur habe mit der jetzt erfolgten Verordnung gewonnen.

Ironischerweise sind die Richtlinien jedoch nicht einmal für alle Betroffenen einsehbar: das Berichtsverbot gilt auch für Freunde und Angehörige von Soldaten, die in Brief- oder Mailkontakt mit der Front stehen, oder für private Unternehmer, die im Kriegsgebiet für das US-Militär tätig sind, Da die Richtlinien in einem geschützten Bereich des Army-Intranets stehen, haben diese Gruppen keinen Zugriff auf Regelungen, die auch sie betreffen.

Generell ist die Kategorisierung von Information als "klassifiziert" umstritten: was alles als möglicherweise sensible Daten betrachtet wird, habe inzwischen die Grenze des Absurden erreicht. So wurde im offiziellen Army News Service beschrieben, wie beispielsweise Pizza-Lieferdienste im Januar 1991 eine ungewöhnlich hohe Zahl an Bestellungen aus dem Pentagon verzeichneten, hinzu käme eine ungewöhnlich hohe Zahl an geparkten Autos am Pentagon. Zusammengenommen ergeben sich so Anzeichen, dass die Operation Desert Storm demnächst starten würde.

  • 4 Kommentare zum Artikel
  • Zitat: Zitat von gulli:news Ironischerweise sind die Richtlinien jedoch nicht einmal für alle Betroffenen einsehbar Vorschriften an denen man sich halten muss aber sie nicht mal kennen kann? Wird ja immer besser

    lancore89 am 02.05.2007 16:48
  • Naja als Soldat gelten nun einmal nicht die normalen Grundgesetze (/Menschenrechte?) also ist auch die freie Meinungsäußerung eingeschränkt oder sogar verboten, aber ich denke mal das das jedem Soldat klar sein müsste bevor er sich verpflichtet :-/ für mich ist das jetzt keine skandalöse Enthüllung. Wobei ich sagen muss das es schon witzig ist, das beteiligte nicht einsehen dürfen an welche Richtlinien sie sich zu halten haben mfg ...

    4nt1fir3w4ll am 02.05.2007 18:05
  • Zitat: Naja als Soldat gelten nun einmal nicht die normalen Grundgesetze (/Menschenrechte?) Selbstverständlich gelten Menschenrechte für Soldaten. Menschenrechte gelten für alle Menschen. Per Definition. Ich fänd's super, wenn Prinz Harry von der Front bloggen würde

    Greg5000 am 03.05.2007 00:36
  • Zitat: Zitat von Greg5000 Menschenrechte gelten für alle Menschen. Per Definition. Ich fänd's super, wenn Prinz Harry von der Front bloggen würde Gut, dass du "per Definition" dazugeschrieben hast Harry ist auch nur ein Mensch. Mal sehen, wie lang er überlebt in diesem sinnlosen Kampf um Geld.

    ruler³ am 03.05.2007 02:32
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