gulli: Lücke erlaubt Umgehen der chinesischen Zensur
21. Juni 2005

Lücke erlaubt Umgehen der chinesischen Zensur

MSN-Blogger können durchaus über "Freiheit" und "Demokratie" schreiben

Viel Schelte musste Microsoft dafür einstecken, dass der chinesische MSN-Dienst bereitwillig den Zensurwünschen des chinesischen Regimes entsprach. Nun wurde eine Anleitung bekannt, wie diese leicht umgangen werden kann.

Online-Aktivist Bennett Haselton fand heraus, dass es ausreicht, den MSN-Blog mit dem englischen Userinterface zu registrieren - wenn man anschließend die Sprache in Chinesisch umstellt, wird die Wortzensur MSNs nicht aktiviert. Seitens MSN wurde die Angelegenheit nicht kommentiert.

Haselton hat eine entsprechende Anleitung sowohl auf Englisch wie auch chinesisch veröffentlicht und rät chinesischen Bloggern angesichts der massiven Überwachung des chinesischen Internets bei der MSN-Registrierung auf jeden Fall auch falsche persöhnliche Daten anzugeben.

Haselton nimmt MSN die Zensur kaum übel - er sehe schon ein, dass ein Unternehmen einen solchen Markt wie den Chinas nicht ignorieren könne. Weiterhin geht er davon aus, für China sei es allemal besser, wenigstens zensierte Blogdienste zu haben anstelle überhaupt keiner Möglichkeiten, online Inhalte zu publizieren. Die Hauptsache sei, dass generell Internettechnologie in China Verbreitung finde - wenn sie weithin genutzt wird, würden auch ausreichend Möglichkeiten bekannt, die entsprechenden Filter und Zensurmaßnahmen zu umgehen.

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