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24. August 2007

Loveparade Moby, Kommerz und Schweiß ab heute im Ruhrpott (Video)

Richard Melville Hall aka Moby, von vielen als Pionier und Ikone der Rave-Bewegung betrachtet, dreht morgen als TopAct ab 14 Uhr auf der Loveparade 2007 an den Plattentellern und in der Essener Innenstadt seine Runden. Es ihm gleichtun werden Booka Shade, Loco Dice, Chris Liebing, Raresh, ATB, Phil Fuldner, Moguai, Bad Boy Bill, Fedde Le Grand, Octave One- Live, Marco Carola, Monika Kruse, Fairmont und last but not least Westb. Aber daneben wurden auch sehr kritische Stimmen von ehemaligen Veranstaltern der Loveparade laut.

Ausgerechnet am Berliner Platz in Essen sammeln sich morgen gegen 17 Uhr die ersten Wagen für die so genannte Abschlusskundgebung. Und das wo Berlin doch bis letztes Jahr traditionell das Mekka der Raver war. Aber zumindest die Probleme bezüglich der Müllbeseitigung sind geklärt, die Fitnesskette McFit wird als Sponsor für alle Kosten aufkommen. Die Kassen der Kommune werden damit nicht belastet.

Dr.Motte, einer der Begründer des Technoumzugs indes wird aus Überzeugung erneut an diesem Happening nicht teilnehmen. "Das was die Leute wollen ist die Loveparade in Berlin. Und alles andere bringt gar nichts", sagte er in einem Interview, dass er auf seinem eigenen externer Link in neuem Fenster folgtBlog veröffentlicht hat. Er nimmt eine stark zunehmende Kommerzialisierung des Events wahr und lehnt diese kategorisch ab. Ihm geht es darum, die Gesamtheit der elektronischen Tanzmusik in Form einer Parade darzustellen. Wenn aus dem Feiertag der elektronischen Tanzmusikszene eine reine Werbeaktion werden sollte, kann er dies nicht gutheißen. Alternativ würde er lieber einen Umzug in kleinem Rahmen in Berlin begrüßen. Besser nur ein paar Waagen und wenige Besucher, die sich auch wirklich für das Thema interessieren, als das was von 2007 bis 2011 im Ruhrgebiet geplant ist. Die Versuche mit dem jetzigen Veranstalter zu sprechen, sind seiner Aussage nach an der mangelnden Gesprächsbereitschaft des Firmeninhabers der Betreibergesellschaft gescheitert. "Wir haben es auch nicht geschafft, weil er es immer abgelehnt hat mit mir zu reden." Die Interessen gehen offensichtlich weit auseinander.

Laut externer Link in neuem Fenster folgtWikipedia schlitterte die Loveparade Berlin GmbH 2001 wegen den zu tragenden Kosten für die Müllbeseitigung nahe an einem Konkurs vorbei. Die Eigentümer Matthias Roeingh (Dr. Motte) und der Kaufmann Rainer Schaller, Gründer und Inhaber von McFit, zerstritten sich wegen der grundsätzlichen Ausrichtung ihrer Veranstaltung. Im Jahr 2006 nahm Dr. Motte an der politisch motivierten und nicht unumstrittenen Gegendemonstration externer Link in neuem Fenster folgtFuckparade teil. Der Streit um Kunst kontra Kommerz war damit perfekt.

Für die Loveparade 2007 hat der Veranstalter ein Konzept für "sauberes Feiern" in Zusammenarbeit mit der Suchthilfe direkt und der AIDS Hilfe Essen e. V. ausgearbeitet. Ambulante Helfer, so genannte Loveguards sollen vermehrt auf der Veranstaltung präsent sein, um berauschte Besucher direkt anzusprechen. Im Notfall sollen diese auch Kontakt zu den Sanitätern herstellen. Matthias Roeingh alias Dr. Motte hat auch darauf eine Antwort parat: "Unsere Droge ist die Musik". Der harte Sound hat seiner Meinung nach durchaus eine therapeutische Wirkung auf die Zuhörer. Er sieht neben der Musik keinen Bedarf für jegliche Drogen. Auch zwischenmenschliche Probleme oder Gewalt zwischen den Fans wären in dieser Szene unüblich.

Die Veranstaltung beginnt heute und geht bis Sonntag, den 26. August. Wie viele Raver dem Aufruf tatsächlich folgen, im RuhrPott und nicht an der Spree zu feiern, das vermag niemand genauer vorherzusagen. Die Schätzungen diesbezüglich gehen weit auseinander. Mit oder ohne Kommerz kann man den Besuchern bei dem zumeist guten Wetter, welches angekündigt wurde, lediglich viel Spaß bei diesem Event wünschen.



Dr Mottes Meinung zur LoveParade 2007

  • 67 Kommentare zum Artikel
  • Jaaa da komm ich so richtig ins schwärmen. Wenn ich noch an die gude alde Frankforter Zeite denk, wie mir im Omen (leider vor Jahren schon dichtgemacht) oder in meiner Lieblingsdisse am Frankfurter Flughafen des Dorian Gray abgefeiert haben (das es leider heute auch nicht mehr gibt weil es nach Berlin umgezogen ist), ja da werden alte Erinnerungen wach. Und einmal im Jahr gabs die Open Air Fete auf der Zeil, ich sag nur Sound of Frankfurt ...

    deleted user am 29.08.2007 18:00
  • @ Slaky bei uns siehst auch nicht anders aus . die guten alten clubs ( bunker , tresor , e-werk , cellblock , planet usw ) sind auch seit jahren dicht. um genau zu sagen als es los ging das die bonner bonzen nach berlin zogen, began das clubsterben die heutige sogenannte techno scene , hat nix mit der von früher gemeinsam . und wegen dem unter freien himmel abfeiern , ich sage nur tekfestivals die sind zwar illegal , aber dafür ...

    werwolf am 29.08.2007 19:25
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