gulli: Lively: Nach Second Life die nächste virtuelle Welt

Anzeige

gulli:Toolbox

Voting

Welche Neuerungen wünscht ihr euch beim Relaunch?
mehr Community-Einbindung
Wiki
CMS mit Tag-Wolke
Verschmelzung CMS<>Board
neue Schwerpunkte fürs Board
09. Juli 2008

Lively Nach Second Life die nächste virtuelle Welt

Manchmal erscheint es so, was Google nicht kaufen oder sonst wie vereinnahmen kann, dessen Konzept wird halt kopiert. Der Suchmaschinengigant will überall seine Finger im Spiel haben, so auch in der brandneuen 3D-Umgebung "Lively", die sich noch im Teststadium befindet. Trotz des auf Dauer mangelnden Erfolges von Linden-Labs "Second Life" hat man jetzt ein eigenes Projekt auf die Beine gestellt. Linux- und Mac-User sind bislang noch ausgesperrt, die 3D Welt funktioniert momentan nur unter Windows XP.

Der Zusatz für den Browser ist derweil nur für den Firefox und Internet Explorer verfügbar. Ähnlich wie bei Second Life kann man sich einen eigenen Avatar wählen und dessen Aussehen verändern, mit seinem Google Konto anmelden und auch ein eigenes Zimmer aussuchen. Man kann den Link zum eigenen virtuellen Wohnzimmer aber auch auf der eigenen Website, dem Blog, bei MySpace, Facebook & Co. integrieren und so das Spiel mit dem Web verknüpfen. Auch das Abspielen von YouTube Videos auf dem eigenen Fernseher ist geplant. Bilder aus dem WWW können im Spiel integriert und auch der Wohnraum im Gegenzug zum Desktop des Rechners geformt werden. Emails soll man ganz normal auch im Spiel verschicken können, die Unterschiede zwischen dem Web und virtueller Realität verschwimmen mehr und mehr.

The Register orakelt, genau das könnte auch zum Problem des Projekts werden, dass zunächst unter der Bezeichnung "My World" veröffentlicht werden sollte. Sexuelle Motive sollen bei Second Life nach Aussage eines Wissenschaftlers der Universität von Indiana eine erhebliche Rolle spielen. Die meisten kostenpflichtigen Transfers betreffen dort nämlich den Kauf von Genitalien, ohne die die nackten Figuren wie unschuldige Gummipüppchen wirken. Trotzdem geht die Ausrichtung von "Lively" in eine andere Richtung. Zum einen wirken die Figuren wie aus einem Comic. Google will diesen Dienst mit vielen anderen hauseigenen verbinden, um eine hohe Interaktion zwischen 3D- und Online-Welt zu ermöglichen. Demnächst also Google Ads überall an den Hauswänden? Analytics überprüft, wer von den Mitspielern dein Zimmer betreten hat? Google Maps erstellt Übersichtskarten, die eigene Produktsuche vergleicht die Preise der umliegenden Shops - und die eigenen News veröffentlichen alles Wissenswerte aus deinem virtuellen Dorf? Der Faden lässt sich ewig weiter spinnen.

Der Kollege vom Register schlägt vor, man geht stattdessen lieber in die Kneipe seiner Wahl und lässt sich einen ordentlichen Schlag ins Gesicht verpassen. Besser kann man nicht sicherstellen, dass man sich noch immer in der echten Welt befindet. Na dann ...

© Copyright 1998-2008 gulli.com  | home | sitemap | kontakt | impressum | Partner | downloads |