Litauen: LANVA meldet Filesharer an Polizei

Firebird77 am Montag, 09.11.2009 09:40 Uhr

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Die litauische Anti-Piraterie-Organisation Litauischen Antipiracines Veiklos Asociacija (LANVA) hat im Zuge des Releases von Windows 7 zahlreiche Filesharer an die Polizei gemeldet.

LinkoManija.net ist die wohl größte BitTorrent-Seite in Litauen. Aber nicht nur das. Nun scheint die Webseite auch zum neuesten "Weidegrund" für die Anti-Piraterie-Organisation Litauischen Antipiracines Veiklos Asociacija (LANVA) geworden zu sein. Bereits vor rund einem Jahr war der Verband in die Medien geraten. Man hatte seinerzeit einen Namenswechsel durchgeführt. Bedauerlicherweise vergaß man dabei, die entsprechende Domain zu registrieren. Dies "erledigte" kurze Zeit später der Betreiber von LinkoManija.net.

Die Verbandsleitung von LANVA dürfte gekocht haben. Wie alle Piratenjäger verfügt man über eigene Accounts bei den großen und beliebten BitTorrent-Seiten. Damit beobachtet und analysiert man das aktuelle Filesharing-Geschehen. Nach Angaben des Verbandes ist man nun insbesondere bei LinkoManija.net aktiv geworden. Die IP-Adressen von 106 Usern, die zum Verkaufsstart von Windows 7 die Ultimate Version heruntergeladen und somit verbreitet haben, wurden an die Polizei übermittelt. Vermutlich hat man sich mithilfe der Torrent-Datei des nicht öffentlichen Portals dem Tracker angeschlossen, und war so an die IP-Adressen gelangt.

Als Beweismaterial dient ein Screenshot sowie eine Liste der Peers, die von µTorrent ausgegeben wurde. Peers ist die Summe aller Uploader und Downloader einer bestimmten Datei. Der Besitzer der BitTorrent-Seite, Kestas Ermanas, war mehr als unerfreut über diese Aktion. "Jeder kann eine Peer-Liste kopieren, aber es beweist nicht, dass irgendwer das gesamte File heruntergeladen oder tatsächlich etwas verbreitet hat. Das kann nicht als bodenständiger Beweis genutzt werden", so der Betreiber gegenüber dem Filesharing-Blog Torrentfreak.

Verständlicherweise ist der Anti-Piraterie-Verband da anderer Ansicht. Dort hofft man zwischenzeitlich, dass die Polizei rasch die Namen der Urheberrechtsverletzer ermittelt. Sollte tatsächlich ein strafrechtliches Verfahren eingeleitet werden, droht den Personen eine Geldstrafe von mehreren Hundert Euro. Von den Schadensersatzforderungen von Microsoft ganz abgesehen.

Als Zeichen des Widerstands hat der LinkoManija-Betreiber Ermanas Anzeige gegen LANVA erstattet. Laut dem Disclaimer seiner Website ist es Personen, die in Verbindung mit Anti-Piraterie-Organisationen stehen nämlich verboten, auf seine Seite zuzugreifen. "Wir haben die Polizei kontaktiert. Diese sollen nun ermitteln wie LANVA an die Daten kam, denn wir haben keine Erlaubnis dazu erteilt", so der Admin von LinkManija.net. Auf den Ausgang dieser Aktion darf man gespannt sein. Der Verband wird sich nämlich nicht einfach so geschlagen geben.
(via torrentfreak, thx!)
(Bild via anva, thx!)

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vgwort
 
9 Reaktionen aus dem gulli:Board

stony-rue am 09.11.2009 11:31:10:
moment mal... hat LANVA nicht mit dieser methode exakt das selbe gemacht, wie jene user und müssten somit auch strafrechtlich belangt werden? :confused:...

DrDuke am 09.11.2009 14:05:03:
Man hatte seinerzeit einen Namenswechsel durchgeführt. Bedauerlicherweise vergaß man dabei, die entsprechende Domain zu registrieren. Dies "erledigte" kurze Zeit später der Betreiber von LinkoManija.net. very nice :D...

l33torizor am 09.11.2009 18:33:10:
Und wieder einmal herrscht KRIEG in den Weiten des Internets! Popcorn und Cola bitte :T...

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