Linux: von den Problemen mit den Umsteigern

Linux: von den Problemen mit den Umsteigern

gullinews am Donnerstag, 04.12.2008 23:14 Uhr (Rating: RatingRatingRatingRating)

Seite druckenArtikel empfehlengulli RSS News Feedsgulli twittertgulli:Newsletter

Mit immer weitergehenden Restriktionen und Sicherheitslöchern wird für Anwender von proprietärer Software der Wechsel zu freier Software immer interessanter. Sie verspricht unendliche Möglichkeiten, welche man unter Windows und Co. offensichtlich noch nicht mal im Ansatz hat. Doch schnell wird eines klar: mit der Freiheit kommt Verantwortung und dort beginnt das Leiden der Migranten ... und der Supporter.

Zur Zeit befindet sich die Open Source-Community in einer bewegenden Phase. Zum einen wird behauptet, dass das Geschäftsmodell OpenSource verändert werden müsse, zum anderen, dass Open Source proprietärer Software überlegen wäre. Ansich nichts Neues, wäre da nicht die mittlerweile sehr aufflammende Diskussion innerhalb der Community, ob die Horden an (neuen) Migranten gut für Linux wären. Mächtigstes Argument der Gegner: Neue User wollen einfach ein funktionierendes System und wollen Linux nicht modifizieren. Dadurch widersprechen sie dem zentralen Konzept von Linux und freier Software.Gerade diese Verschiedenheit der Interessen sorgte dafür, dass der Stein ins Rollen kommt. Und man kann die Gegner sehr gut verstehen. Linux ist darauf ausgerichtet eine Basis zu liefern, zudem steht eine breite Masse an freier Software, welche Linux weiter verfeinert und sogar zu einem Desktop-OS werden lässt. Aber dies erfordert ein gewisses Maß an Anpassungsfreude, welche, so die Gegner, die Migranten nicht mitbrächten.

Gerade in den unzähligen Supportforen kommen immer wieder Fragen auf, warum nicht dies und das einfach funktioniere. Und sehr oft hört man unzählige Supporter seufzen, dass die Migranten überlegen sollten, ob Linux für sie das Richtige sei. Auch sieht man sehr häufig, dass die große Anzahl an Distributionen Migranten nahezu überfordert und zumeist auch falschen Vorstellungen ausliefert. Beispielsweise landen viele Migranten bei Fedora, welches sich eher an fortgeschrittene User richtet. Sie landen dort, weil sie mal gehört haben, dass Fedora Red Hat entspringt und dieses hervorragend für Server geeignet sei. Einen Unterschied zwischen Server und Workstation kennen sie jedoch nicht und füllen die Fedoraforen mit ihren Anfängerfragen, die sie bei Google innerhalb von 2 Sekunden selber beantworten könnten. Bestenfalls haben diese User noch ein älteres Red Hat, welches sie auf einem alten Rechner installieren wollen und sich wundern, warum dieser auch nicht annähernd Out-of-Box bei ihnen läuft.

Dieses Beispiel mag polemisch geschildert sein, aber es spiegelt den Alltag in Supportforen wieder, welche die Supporter mittlerweile zu der Frage bringt, ob man diese User wirklich braucht; ob Linux diese User braucht. Und die Frage ist nein, da diese User gewisse Eigenschaften nicht mitbringen. Sei es Interesse und Freude an der Technik. Den Wunsch, sich seinen Rechner so zusammenzustellen, wie man ihn braucht oder möchte oder andere Gründe. Oftmals schlagen die Supporter den Usern vor weiterhin bei Windows zu bleiben.

Dieser Vorschlag wird jedoch allzuoft als arrogant aufgefasst. Aber ist er so verkehrt? Die User wollen ein System, welches ihre Wünsche an einen Computer befriedigt. Und diese sind simpel: Eine Maschine, auf der möglichst alles schnell und einfach läuft, ohne dass viel gemacht werden muss. Dabei führen die Supporter auf, dass der größte Teil der Menschen sich nicht mit dem Computer beschäftigen, sondern nur auf "OK" klicken und niemals eine Textmeldung lesen. Aber sie meinen es nicht böse. Sie sehen nur die Realität.

Ob und wie diese Diskussion die Linuxcommunity verändern wird, bleibt abzuwarten. Gerade und ob sich Cannonical und einige andere mit einklinken werden, da gerade diese dafür bekannt sind, ein Linux für solche User zur Verfügung stellen zu wollen, in dem alles vorkonfiguriert ist.

Für die Supporter ist jedoch eins schon länger klar: Solche User braucht Linux nicht. Sie sind besser bei Windows aufgehoben. Und allzuoft findet man den Klassiker "Linux ist nicht Windows". Nur besteht das Problem darin, dass betreffende Anwender den Text als zu lange empfinden und alsbald darauf einen neuen Thread in einem Supportforum erstellen, was mounten ist und warum sie ihre Windowsplatte nicht sehen können. Vielleicht sollte man ihnenden Text "Linux ist nichts für dich. Lass es."zeigen. Aber er wird wieder zu lange sein und alsbald darauf kommt die nächste Frage, welche die Supporter nur die Köpfe schütteln lässt.  (_Benny_)

Bookmark and Share

62 Reaktionen aus dem gulli:Board

suppaman2 am 06.12.2008 14:33:49:
Eigentlich lese ich ja immer ganze Threads bevor ich antworte, habe aber in diesem Fall nach der ersten Seite aufgehört. Die "Mehr User sind schlecht für Linux" Theorie hat vorne und hinten keinen Halt, weil eben wie bereits erwähnt jeder mal irgendwo anfangen muss. Ich hab auch zuerst openSUSE ...

alter_Bekannter am 06.12.2008 16:30:28:
Zitat von - Grafikkartentreiber Tja... bis das mal alles läuft.Warum so kompliziert? Man kann unter Linux einfach keinen Standart finden der überall läuft... das is das Problem. Man fängt immer neue Baustellen an....

Toady am 06.12.2008 21:04:29:
sieht aus als wäre das was du suchst ein Mac angeblich laufen die wenn man die kauft, ich hatte bislang noch nicht das Geld das zu testen Wenn du die Hardware zum Betriebssystem kaufst läuft alles out-of-the-box. Apple ist im Vergleich zu ausnahmslos jeder mir bekann...

 

© 1998-2010 gulli.com | Suche

Seite druckenArtikel empfehlengulli RSS News Feedsgulli twittertgulli:NewsletterSeitenanfang

Suche

Verwandte News

OSS in der Verwaltung: Region Venedig setzt auf offene Software und Standards
Linux & Open Source: gut für den Geldbeutel
Open iBoot: Linux nun auch auf dem iPhone
Linuxgaming: Grafischer Steamclient für Linux bestätigt
Linuxgaming: "Penumbra: Requiem" in Linux- und Macversion erschienen