gulli: Linux: Immer mehr Behörden migrieren zum freien Betriebssystem

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23. September 2008

Linux Immer mehr Behörden migrieren zum freien Betriebssystem

Immer mehr Behörden erkennen die Vorteile von freier und offener Software: Nicht nur die Hälfte der Desktop-Rechner der belgischen Justiz wurden mittlerweile auf Linux und OpenOffice.org umgestellt, auch Sachsen-Anhalt beschloss nun auf Linux und OpenOffice.org umzusteigen. Dabei sollen vor allem Kosten gespart und die Sicherheit signifikant erhöht werden.

Das belgische Justizministerium entschied schon 2005, auf allen neuen PCs OpenOffice.org und Suse Linux zu installieren. Sachsen-Anhalt zog im Juni diesen Jahres nach. Die Migration in Belgien begann bei den unteren Gerichten des Landes und wird vor allem mit der Anschaffung von neuen PCs schrittweise durchgeführt. Die Umstellung wird jeweils von Schulungen und Support für die Anwender begleitet, damit diese mit der neuen Software umgehen lernen. Zudem sollen ihnen die Ängste genommen werden.

Die Entscheidung der damaligen belgischen Ministerin Laurette Onkelinx, zu einem Desktop auf Open-Source-Basis zu migrieren, beruhte auf einer Empfehlung der Regierung, offene Standards in den Behörden einzusetzen. Die Migration betrifft nach dem derzeitigen Stand 12.891 PCs, von denen die Hälfte mittlerweile umgestellt ist. Der Fortschritt der belgischen Migration wurde im Jahresbericht "Justiz in Zahlen" erwähnt, welcher leider nur auf Niederländisch verfügbar ist. Laut diesem Bericht wurden 2007 fast 2500 Rechner, darunter auch Laptops, ersetzt und mit Linux ausgestattet. Insgesamt erfolgte die Umstellung derzeit an sechzehn verschiedenen Gerichtshöfen.

Bis zur vollständigen Umstellung wird es jedoch noch einige Zeit dauern. Nach Angaben des Ministeriums seien einige Peripheriegeräte im Einsatz, welche nicht unter Linux laufen (beispielsweise bestimmte Drucker). Ein zusätzliches Problem seien bestehende Fachanwendungen, von denen einige selbst entwickelt und einige eingekauft wurden. Beispiele für diese spezifischen Anwendungen sind Programme, die mit MS Access als Datenbank arbeiten. Zudem gibt es weitere, teilweise selbst geschriebene Programme, die mit anderen Microsoft-Produkten erstellt wurden. Diese sind, wie das Ministerium feststellen musste, schwierig zu migrieren.

Derweil kann man sich in Sachsen-Anhalt freuen, mit solchen Problemen noch nicht kämpfen zu müssen. Der Leiter der Umstellung, Uwe Fincke, sagte zu der Umstellung, dass das Land zwar schon Open Source Produkte, wie beispielsweise Datenbanken und Server, einsetze. Vor einigen Jahren wurde die Webseite von einem proprietären zu einem Open-Source-CMS-System umgestellt. Jedoch hat sich der Wechsel komplizierter gestaltet, als man dies zunächst annahm. Man sei jetzt aber auf vergleichbare Probleme besser vorbereitet.

linux, open source, Sachsen-AnhaltSachsen-Anhalt besitzt 25.000 Desktop-PCs, welche umgestellt werden. Jedoch befindet sich das Projekt noch in einem sehr frühen Stadium. Uwe Fincke dazu: "Ich denke nicht, dass wir demnächst unsere PCs auf Open Source Software umstellen. Es ist erstmal viel wichtiger, dass wir unsere Daten und Dokumente dahingehend umstellen, dass sie ein offenes Dateiformat verwenden."

Anscheinend hat man aus der Migrationen der Verwaltung anderer Städte, Länder und Staaten gelernt.  (_Benny_)

(via osor, thx!)

  • Ich glaube nicht das das eine fruchtbare Konstellation ist. Regierung + freies Gedankengut. Es wird nicht lange dauern und die Regierungen und Politiker werden versuchen dieses Wissen ihre autokratischen und repressiven Ideologien aufzupressen, indem sie zum Beispiel Entwickler unter Druck setzen. Mal schauen wie sich das weiter entwickelt.

  • Zitat: Zitat von Gravenreuth  Zeit und Lust hat sich durch einige MB Quellcode durchzuarbeiten. Und wenn man überhaupt keine Ahnung hat, kann man auch einfach mal nix schreiben. Aber es geht ja gegen Linux. Und das fängt, wie die Linken, mit Li an. Wie kann man sich nur so zum Brot machen? Falk

  • Zitat: Zitat von Gravenreuth  ..... und killen ihre Netzwerkkarten. Wenn will man bei "freier und offener Software" dann dafür in Regress nehmen.? Die betroffenen Treiber wurden von Intel selbst entwickelt. Hätte eigentlich genausogut mit proprietären Windows-Treibern passieren können.

  • Zitat: Zitat von Gravenreuth  ... Wie gut, dass die Entscheidungsträger in der IT das können und sich nicht aus [...] zusammensetzen.

    _Benny_ am 23.09.2008 21:41
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