Limewire strikes back: RIAA wegen Monopolmissbrauch verklagt

gullinews am Dienstag, 26.09.2006 10:26 Uhr

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Vor fast zwei Monaten reichte die RIAA gegen die Tauschbörse Limewire Klage ein: weil sie für Copyrightverstöße ihrer Nutzer mit haftbar sei, solle die Tauschbörse die Kleinigkeit von 150.000 Dollar pro unerlaubt verbreitetem Song zahlen. Limewire reichte nun Gegenklage ein: Monopolmissbrauch, Betrug am Kunden und weitere Verstöße wird dem Verband vorgeworfen.

Die Industrie berief sich auf die Stellungnahme des Supreme Court im Fall Grokster: wenn ein Tauschbörsenhersteller aktiv zu Urheberrechtsverletzungen ermutige, könne er für das Handeln der Nutzer mit verantwortlich gemacht werden. Entsprechende Nutzungsbestimmungen und Willenserklärungen, die in viele Clients integriert sind, läßt die RIAA dabei offenbar nicht gelten: was den Tausch entsprechenden Materials ermöglicht, ist nach ihrer Sichtweise illegal. Entsprechend wurde Limewire auf Schadenersatz verklagt.

Limewire erkennt in dieser Vorgehensweise das simple Absichern einer missbräuchlich erhaltenen Monopolstellung. Das

"...Ziel [der RIAA] ist einfach: jeden Musikdistributionskanal zu zerstören, den sie nicht besitzt oder kontrolliert, oder diese dazu zu zwingen, Geschäfte mit ihr auf exklusiver und nichtwettbewerblicher Basis zu machen, um die Verbreitung und die Preisgestaltung digitaler Musik vollständig zu kontrollieren, zum Schaden der Verbraucher. ... Dieser Fall ist nur ein Teil eines viel größeren, modernen Komplotts zur Zerstörung sämtlicher Innovation, die Inhaltseigentümer nicht kontrollieren können und die ihre herkömmlichen Geschäftsmodelle stören."

Limewire verlangt ein Gerichtsverfahren. Wenngleich die aggressive Erwiderung der maßlosen Schadenersatzforderungen der Industrie nahelegt, dass Ziel der ganzen Aktion ein Vergleich ist, so wäre das Ergebnis eines Verfahrens natürlich höchst intererssant - einerseits in Bezug auf die Frage, ob der Betrieb einer Tauschbörsae per se bereits als ein Akt der Verleitung zum Gesetzesverstoß betrachtet werden kann, auf der anderen Seite, ob hier tatsächlich ein Monopolmissbrauch vorliegt.

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8 Reaktionen aus dem gulli:Board

StaTiC am 26.09.2006 12:17:48:
jenseits von gut und böse... 150.000 Dollar pro song :rolleyes: so werd ich auch das nächste mal rechnen wenn die deutsche bahn oder so verspätung hat, kann ich nicht rechtzeitig auf die arbeit, die verlorene arbeitsleistung, trägt mein arbeitgeber, welcher meine programm...

am 26.09.2006 13:00:20:
Wenn man das ganze Ansinnen der RIAA weiterspinnen würde, müsste das gesammte Internet verboten werden. bzw. die Möglichkeit Daten untereinander auszutauschen. Mein Wunsch an die Richter. Laßt euch mal nich ständig beeinflussen sondern benutzt mal euren gesunden Menschenverstand....

weierles am 26.09.2006 13:14:45:
für 10minuten verspätung setz ich dann als streitwert 15 millionen euro an. so ungefähr müsste doch die prinzipielle rechnung von riaa sein oder? Nimm besser kleinere Schritte. Alle 2,5 min oder so....

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