gulli: Legal Commons: Konferenz zur Ökonomie der Commons und Premiere des Open-Source Films Peach
13. April 2008

Legal Commons Konferenz zur Ökonomie der Commons und Premiere des Open-Source Films Peach

Am Freitag wurde die Premiere des zweiten Open-Source Films der Blender Foundation in Amsterdam gefeiert. Parallel dazu wurden in einer Konferenz aktuelle und mögliche Geschäftsmodelle diskutiert, die freien Vertrieb von Wissen und Inhalten in den Mittelpunkt stellen.

Der Film Peach ist bereits der zweite Open-Source Film der Blender-Foundation, der komplett mit Hilfe von Open-Source Software hergestellt wurde und kostenlos im Internet verfügbar ist. Auf der begleitenden Konferenz "Economies of the Commons", wurde die Frage in den Mittelpunkt gestellt, wie neue Wirtschaftskonzepte aussehen können, die jenseits von klassischem Kultursponsoring oder Bezahlangeboten funktionieren.

Chris Andersson, bekannt durch seine Theorie "The Long Tail", stellte seine neuen Überlegungen dar. Er geht von der Annahme aus, dass digitale Technologie grundsätzlich freie und kostenlose Inhalte begünstigt. Es ist die schiere Masse an Inhalten und Angeboten, die den Preis so tief fallen lässt, bis sie frei verfügbar werden. Trotz freier Verfügbarkeit von Angeboten gibt es dennoch Unternehmen wie beispielsweise Google oder Yahoo, die Milliarden Umsätze generieren, obwohl - oder gerade weil - ihre Kernangebote grundsätzlich frei sind. Man müsse beginnen, die freie Ökonomie konsequent weiter zu denken. Einen Artikel mit Video zu dem Thema gibt es bei Wired.

Jan Velterop stellt bisherige Geschäftsmodelle auf den Kopf. In seinem Beitrag bemüht er sich um Open Access Strategien. In den Wissenschaften werden bei Open Access Publikationen frei zugänglich gemacht, jedoch muss dafür bezahlt werden. Die Verfasser würden durch das Bezahlen garantieren, dass sich der Service, der die Publikationen anbietet, auch zukünftig finanzieren kann. Die Autoren profitieren in diesem Modell durch hohe Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit innerhalb ihrer wissenschaftlichen Gemeinschaft. Die Film- und Musikindustrie steht vor einer ähnlichen Wende und müsste sich dem Problem neuer Geschäftsmodelle stellen.

Prof. Michael Rappa stellte einen Überblick über Geschäftsmodelle im Internet dar. Er unterscheidet zwischen neun verschieden Möglichkeiten, mit dem Internet Geld zu verdienen. Im Einzelnen wären diese: Vermittelung, Werbung, Informationsdienste, Handel, Herstellung und Direktverkauf, Partnerprogramme, Communities, Abo-Modelle und Werkzeuge. Ausführliche Informationen zu diesen Konzepten erläutert er in diesem Aufsatz.

Über das Geschäftsmodell, bzw. die Organisationstruktur von der Blender Foundation und dem Film Peach berichtete Gulli bereits.

( via Creative Commons , ECommons )

 

 

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