in Europa traut Creative-Commons-Vater Lawrence Lessig der Piratenpartei-Bewegung einen Einfluss auf die öffentliche Debatte zu, in den USA seien dafür die Fronten zu verhärtet. Eher schädlich findet Lessig die US-Piraten, was jedoch niemanden wundern muss: Lessig hat seine Ecken und Kanten in Sachen Piraterie und Urheberrecht schon vor einiger Zeit weitgehend abgeschliffen.
Dass auch illegale Aktivitäten vonnöten sind, will man bürgerliche Freiheitsrechte auch nur einigermaßen bewahren oder den technischen Fortschritt sichern, hat Lessig schon deutlicher zum Ausdruck gebracht - seiner Ansicht nach haben wir beispielsweise nur deswegen mobile mp3-Player, weil sich Apple einen Dreck um Kopierschutz auf CDs scherte. Seit einiger Zeit bemüht sich Lessig nun aber bereits um sachtere Töne, und in diesen versuchte er sich auch auf der ETech-Konferenz in San Diego. Die Piratenparteien seien kein geeignetes Modell für die USA, so Lessig. Tatsächlich sei die US-Partei gar "kontraproduktiv". So weit, so gut, nur bei der Begründung wird Lessig selbst für seine Sache kontraproduktiv.
Da hat man von Lessig schon schärfere Töne gehört. Beispielsweise, dass das Agieren der Medienkonzerne, deren Bild als "ehrliche Industrie" Lessig hier nachzeichnet, von ihm auch schon mal recht unverblümt als kultureller Raubbau bezeichnet wurde.
Dass die "Pirateriegegner" vor allem eins sind - Bremser des Fortschritts und der Innovation - konstatierte Lessig nach dem Grokster-Urteil des Supreme Court 2005. Man beachte: anläßlich des Kampfs gegen eine Tauschplattform, deren Niedergang mit eben dieser Entscheidung ihren Lauf nahm. "Wir wissen nicht einmal, was wir verpassen, weil Leute Angst haben", so Lessigs Diagnose zur bleiernen Copyright-Zeit.
Dass mitnichten die "Piraten" die Diebe sind und die Medienkonzerne ebensowenig eine "ehrliche Industrie", sollte Lessig vollkommen klar sein. Und inzwischen wird er auch wissen, dass aus den "Entschädigungen", die eben unter anderem von Grokster gezahlt wurden, nicht ein Cent bei den Musikern angekommen ist.
Insofern würde es zu Lessig besser passen, wenn er hier die Terminologien geraderückt, anstatt sie bei den Piraten zu kritisieren. Nachdem er nun doch nicht für den Kongress kandidieren will, sollte er sich dieses Anecken durchaus erlauben können.
lawrence lessig wurde einfach von der Musikindustrie gekauft und ist jetzt lobbyist von beruf
Zitat: Zitat von Schutti Das Prinzip "jede Aufmerksamkeit ist gut" und "bad news are good news" gilt nicht überall. Auch wenn die Piratenpartei durchaus bekannt ist in DE wird sie deshalb von denselben Leuten nicht unbedingt ernstgenommen. Das ist auch nicht unbedingt wichtig - das "ernst genommen werden" von "diesen Leuten". Es gibt massig andere Parteien und ...
Zitat: Zitat: Zitat von Wahgwaan Die SPD ist nicht sozial, die CDU ist nicht christlich und die Piraten(Partei) sind keine Räuber. Die CDU ist nicht christlich? Klar sind das nicht alles Pfarrer, aber christliche Tendenzen sind da auf jeden Fall vorhanden. Es sind tatsächlich die allermeisten Mitglieder (auch die in Fürhugnspositionen) gläubig. Im Fraktionssitzungssal im Bundestag und in vielen anderen Parteiräumen ...
Zitat: Zitat von Greg5000 Die CDU ist nicht christlich? Klar sind das nicht alles Pfarrer, aber christliche Tendenzen sind da auf jeden Fall vorhanden. Es sind tatsächlich die allermeisten Mitglieder (auch die in Fürhugnspositionen) gläubig. Im Fraktionssitzungssal im Bundestag und in vielen anderen Parteiräumen hängen Kreuze, etc. Die beziehen sich schon oft auf den Glauben. Das sieht man auch an der stärkeren ...