gulli: Laserdrucker und Anonymität?: Hersteller sollten ihre Konsumenten informieren

Anzeige

gulli:Newsbox

17. Juli 2008

Laserdrucker und Anonymität? Hersteller sollten ihre Konsumenten informieren

Die Verwendung von Wasserzeichen bei Farblaserdruckern wurde ursprünglich eingeführt, um Geldfälschern ihr Handwerk zu legen, so zumindest die offizielle Erklärung. Die für das menschliche Auge unsichtbaren gelben Punkte verraten sogar die Seriennummer des Geräts, womit jegliche Anonymität der Anwender dahin ist. Bei den aktuellen Preisen sind die Laserdrucker heute aber für jedermann erschwinglich. Der Sinn der Technik ist also schon lange dahin. Zudem wird niemand im Vorfeld über die Wasserzeichen in Kenntnis gesetzt.

Die Erschwinglichkeit und wachsende Popularität von Farblaserdruckern hat bei Organisationen wie der EFF und anderen den Vorwurf erneut laut werden lassen, dass die Privatsphäre der Benutzer nicht das Geld wert ist, auf dem das entsprechende Papier gedruckt wurde.

Entgegen der Entwicklung ist die Zahl der Firmen, die ihre Drucker mit dieser Technologie ausrüsten gestiegen anstatt zu sinken. Die Liste der Firmen liest sich wie das "Who is Who" der Hersteller: Brother, Canon, DELL, Epson, Hewlett-Packard, IBM, Konica, Kyocera, Lanier, Lexmark, OkiDATA, Panasonic, Ricoh, Samsung, Savin, Toshiba und Xerox.

Mithilfe der gelben Punkte lassen sich dem Dokument zahlreiche Informationen entnehmen. Geheimdienste können so auch erkennen, an welchem Tag zu welcher Uhrzeit der Ausdruck erfolgt ist. Bürgerrechtsorganisationen befürchten, die wenig bekannte Technologie könnte politische Dissidenten und sonstige Informanten enttarnen. Die EFF bemängelt zudem, das System könnte auch jederzeit gefälscht werden. Völlig unbeteiligte Personen könnten in einem solchen Fall in den Fokus der Ermittler geraten. Die EFF hat eine umfangreiche Liste aller Drucker zur Verfügung gestellt, die sie im Laufe der Zeit überprüft haben.

Bei den Tintenstrahldruckern, die zumeist im Heimbereich angewendet werden, ist eine solche Technik bislang nicht bekannt geworden. Als die ersten Farblaserdrucker in der Mitte der 1980er Jahre im Markt eingeführt wurden, hat das System noch seinen Zweck erfüllt. Bei einem Marktanteil von mehr als vier Prozent aller neu verkaufter Drucker in den USA sind die Geräte zur Massenware geworden. Die Nachahmung von Dollars wird eh durch eigene Mechanismen verhindert. Momentaner Nutznießer sind nur die zahlreichen Geheimdienste - die Konsumenten werden von den 13 Herstellern nicht mal über ihre mangelnde Anonymität in Kenntnis gesetzt. (Ghandy)

(via USAtoday & techdirt - Bild via EFF.org, thx!)

Laserdrucker, Wasserzeichen, EFF, Geheimdienste

  • Soweit ich weiß, besteht bei den richtig hochwertigen Geräten eine Registrierungspflicht. Also keine Drucker bei Saturn & Co...

    Briggtopp am 18.07.2008 14:00
  • Zitat: Zitat von gobbl  die finden das dokument du wirst verdächtigt dein drucker wird beschlagnahmt oder einfach mal n druck mit gemacht und die beiden zettel verglichen schon kann man sagen ob der zettel mit genau diesem gerät gedruckt wurde hmm, interessante Theorie - wieviele Leute haben so einen durchschnittsdrucker mittlerweile?? Das was du sagst, das trifft auch auf Schreibmaschinen und ...

    Ironwhistle am 18.07.2008 15:03
  • wie soll denn auf dich geschlossen werden ohne angabe vom namen und ohne payback?

  • Zitat: Zitat von 20hz  wie soll denn auf dich geschlossen werden ohne angabe vom namen und ohne payback? Na ganz einfach - das machen die unliebsamen Nachbarn ganz von alleine. Vor allem, dass du keinen Namen angegeben und kein Payback verwendet hast, macht dich ganz verdächtig. Du pöser Terrorist, du! @kin-kin: Ich habe die Dinger bereits gesehen. Und ich bin mir darüber im Klaren, dass die ...

  • © copyright 1998-2009 gulli.com  | home | sitemap | kontakt | impressum | partner | downloads |