gulli: Kunstperformance: Piratenpartei verbrennt "Verbotene Kunst" auf dem Bebelplatz

Anzeige

gulli:Toolbox

Voting

Worüber wollt ihr mehr News?
Netzwelt
Untergrund
Filesharing
Datenschutz
Hacking
Demoszene
Mobiles (Handy)
Linux
Feature (Gulli Glosse)
16. Mai 2007

Kunstperformance Piratenpartei verbrennt "Verbotene Kunst" auf dem Bebelplatz

Ein "Festival der verbotenen Künste" soll am 9. Juni 2007 auf dem Bebelplatz in Berlin stattfinden. Große Teile der zeitgenössischen Kunst sei durch restriktive Urheberrechte kriminalisiert, meinen die Piraten - folglich wird im Juni im Rahmen einer Kunstperformance demonstrativ Kunst verbrannt, die gegen das Urheberrecht verstößt. Der Bebelplatz als Ort der Bücherverbrennung steht als Mahnmal gegen Zensur und Verbot von geistigen Werken.

Ob Kunst verboten sein kann, fragen die Piraten, und antworten, dass sie es faktisch bereits ist:

"Die Popart der Gegenwart basiert auf dem Remix verschiedener Quellen zu Klang- und Filmcollagen. Das digitale Zeitalter ermöglicht es jedem Menschen, kunstschaffend tätig zu werden. Millionen Nutzer von Plattformen wie YouTube oder ThePirateBay konsumieren täglich verbotene Kunst. Das Verarbeiten von kulturellen Eindrücken ist Teil unserer Meinungsfreiheit und sollte eine Grundfertigkeit sein wie lesen und schreiben.

Mashup - Logo der PiratenparteiFremdes Material spielt in Filmen eine gewichtige Rolle: Viele Dokumentarfilme sind ohne Ausschnitte aus anderen Filmen oder Fernsehbeiträgen nicht denkbar; Videokünstler oder Experimentalfilmer arbeiten oft intensiv mit fremden Sequenzen. Doch Filme und Fernsehsendungen sind urheberrechtlich geschützt, so dass diese in der Praxis nur von kommerziellen Produktionen mit Rechtsabteilung und großen Budget weiterentwickelt werden können. Die Mehrheit der unabhängigen Künstler schwebt mit ihren Werken immer zwischen Kunst und Kriminalität."

Die externer Link in neuem Fenster folgtPerformance soll um 18 Uhr am 9. Juni 2007, Berlin Bebelplatz stattfinden. Beteiligt sind zahlreiche Videokünstler und Musiker, selber aktiv werden kann man im externer Link in neuem Fenster folgtPlanungswiki. Detail am Rande: während sich die Piraten für eine von Verboten und Beschränkungen freie Kunst eintreten, unterliegt ihre Veranstaltung natürlich noch dem üblichen behördlichen Prozedere: die Genehmigung durch die Kommission Kunst im öffentlichen Raum steht noch aus.

  • 15 Kommentare zum Artikel
  • Zitat: Zitat von Gravenreuth Karl Valentin war also kein Künstler? Dös kann nur a humorloser Saupreuss mona! Och Günter ... ! Tote lassen sich in solch einer Diskussion immer leicht anführen. Sie können sich ja nicht mehr wehren. Und auch Karl Valentin hat mit 100%iger Sicherheit auf den unerschöpflichen Pool an Ideen und Geschichten seiner Umwelt zurückgegriffen. Nur wäre damals (also so um 1930) der ...

  • Freiheit der Kunst oder/und Urheberrechte, bzw. auch Geistiges Eigentum ist eine Gratwanderung. Wenn reproduzierbares aus meinem Urheberrechtlichen Eigentum benutzt wird, um damit eine eigene Art der Kunst oder Performance zu gestalten, dann kann ich (je nach dem, wie ich dazu stehe) sogar stolz sein und wenn es wegen der Beachtung ist, die der Künster einem dadurch entgegen bringt. Wobei ich davon ausgehe, dass er damit ein eigenes Werk ...

    Bookcrossing am 20.05.2007 15:18
© Copyright 2008 gulli.com  | home | sitemap | kontakt | impressum | Partner | downloads |