gullinews am Freitag, 23.01.2009 22:03 Uhr
Der Berliner Künstler, Autor und Performer Olaf Arndt zeigt sich verantwortlich für die Ausstellung Embedded Art, die vom 24. Januar bis zum 22. März 2009 in der "Akademie der Künste" zu sehen sein wird. Schon seit Jahren beschäftigt sich Arndt mit Sicherheitsmaßnahmen von Innenpolitik, Industrie, Militär und Forschung und konfrontiert diese mit kritischer Kunst. Die "Innere Sicherheit" ist auch das Hauptthema dieser Ausstellung, die jeden Tag von 11.00 - 20.00 Uhr geöffnet hat und Freitags ab 20.00 Uhr in die "Bar zur Inneren Sicherheit" einlädt.
Olaf Arndt hat in den letzten Jahren mit seiner Lebensgefährtin Janneke Schönenbach und seinen Kollegen der Künstlergruppe "BBM" schon einige Kunstwerke und Ausstellungen organisiert, unter anderem auch Projekte, die mehrere Hunderttausend Euro kosteten. Viele ihrer Projekte drehten sich um staatliche Gewalt. Gegenüber dem Deutschlandradio sagte Arndt: "Sie haben - diese Kunstveranstaltungen von BBM - auch immer an Orten stattgefunden, die ganz untypisch waren für die bildende Kunst: also quasi nie im Museum, fast immer im öffentlichen Raum, in aufgelassenen Industriearealen, in U-Bahnschächten - wo auch immer es uns gerade spannend erschien und jemand bereit war, uns einen Platz einzuräumen."
Im Zentrum der Ausstellung Embedded Art steht nun die Bedrohung des öffentlichen Lebens durch Terror nach den Anschlägen von 9/11, Madrid, Moskau und London. "Fragen der Sicherheit haben den Alltag von Millionen von Menschen im 21. Jahrhundert verändert. Seit der Terror die sicher geglaubten Metropolen der USA und Europas erreichte, hat sich der staatliche Zugriff auf den Bürger ausgeweitet. Im Dienst einer allumfassenden Gewährleistung körperlicher, politischer und staatlicher Unversehrtheit ist Sicherheit zu einer neuen Ideologie, zum "Mantra" der zivilen Gesellschaft geworden."
Doch auch für Interessierte, die nicht an der Ausstellung teilnehmen können, gibt es etwas Sehenswertes. Denn die Webseite zu der Ausstellung embeddedart.de bietet einen gehaltvollen Sockel an Informationen zu der Ausstellung, sowie den einzelnen Künstlern und deren Werken, die zu betrachten sind. So erfährt man zumindest in einem Rundumblick das Anliegen der Ausstellung. So liest man über die Portraits von Moritz R, welcher das Düsseldorfer Label Ata Tak und die Gruppe "Der Plan" gründete, folgendes:
"Die Portraitierten der "Embedded Art"-Ausstellung sind unauffällige Leute. Es gibt eigentlich nichts zu sehen, wenn man sie sieht. Diese Menschen könnten Ihr Onkel sein, die Nachbarin, der Hausmeister oder der altgewordene Hippie von nebenan. Aber wenn man genauer hinschaut, ergibt sich ein anderes Bild. Ihre Biographien weisen sie als Menschen aus, die Herausragendes im militärischen Bereich geleistet haben. (...) Sie halten sich selbst für Weltverbesserer, und trotz ihrer intellektuellen Brillanz sind sie scheinbar unfähig zu erkennen, wem sie mit ihrer Arbeit dienen. In der Öffentlichkeit werden sie als ehrenhafte Bürger wahrgenommen, aber wenn man sie durchschaut, sind sie Monster. Diese Diskrepanz zwischen ihrer oberflächlichen Erscheinung und ihrem inneren Wesen macht sie zu surrealen Gestalten."
In diesem Sinne sollte man der "Akademie der Künste" in Berlin innerhalb der nächsten acht Wochen einen Besuch abstatten. Alle anderen schauen sich auf der Webseite von Embedded Art um. (020200)
(Tipp kam via gulli:Board-User Icarus, Dankeschön!)
(via DRadio)
(Bild: BBM-Kynex)
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gullinews am 23.01.2009 21:43:39: |
Ghandy am 24.01.2009 11:37:53: |
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