Premiere hatte schon vor Längerem angekündigt, die Zusammenarbeit mit dem Smartcards-Anbieter Kudelski kündigen zu wollen. Man denke über einen Wechsel zu NDS nach, nachdem die Murdoch-Tochter NDS einen größeren Anteil an Premiere erworben hatte. Kudelski konterte heute, dass der Vertrag zwischen Premiere und dem Nagravisions-Anbieter noch bis 2012 mit Option auf Verlängerung bis 2015 laufen würde. Die Drohung von Premiere, aufgrund der Leaks die Verschlüsselung wechseln zu wollen, konnte der Konzernchef André Kudelski nicht nachvollziehen. Gleichzeitig wurde bekannt, bei der Schweizer Kudelski SA ist der Überschuss 2007 um gut die Hälfte eingebrochen.
Im Vergleich zum Vorjahr sei der Nettogewinn um 51,3 Prozent auf 67,4 Millionen Schweizer Franken gefallen, damit verfehlte Kudelski die Erwartungen des Marktes deutlich. Das Unternehmen will die Dividende der Aktionäre um die Hälfte reduzieren. Als Gründe für den Umsatzeinbruch werden zusätzlichen Belastungen im Bereich der Forschung und Entwicklung, die Verschiebung von Kundenprojekten ins erste Quartal 2008 sowie weitere innerbetriebliche Verzögerungen angegeben. Auch wenn der Umsatz mit Premiere nach eigenen Aussagen weniger als zwei Prozent am Gesamtumsatz ausmacht, wird man viel Geld investieren müssen, um den Hackern ihr Handwerk künftig schwieriger zu gestalten. Zudem gab man bekannt: Der Austausch von mehr als vier Jahre alten Smartcards sei ein normales Vorgehen, das man schon seit einiger Zeit geplant habe. Zu den Kosten des Austausches aller Smartcards will man sich nicht äußern. In einer heutigen Telefonkonferenz mit Journalisten soll der Konzernchef weiterhin gesagt haben, er gehe davon aus, dass der bestehende Vertrag mit Premiere weiterhin Bestand hat. Kann Kudelski seine Aktionäre mit solchen Aussagen tatsächlich beruhigen?
(Via FTD.de & Digital TV)
Die können sich ruhig Zeit lassen