Kreditkarten: Bargeld lacht oder die Technik schlägt zurück

Kreditkarten: Bargeld lacht oder die Technik schlägt zurück

gullinews am Dienstag, 14.10.2008 13:24 Uhr

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Hunderte manipulierte Kreditkartenleser archivieren Daten, schicken die abgefischte Information täglich nach Pakistan, Geheimdienste staunen Bauklötze. Die technische Ausgereiftheit mit der Kriminelle Daten in europäischen Supermärkten ausspähten beeindruckt.

Man schlendert so durch die Regale, nimmt noch das und jenes mit, zahlt im Supermarkt an der Kasse mit der Kreditkarte. Als dann die Kreditkartenabrechnung kommt, fällt man aus allen Wolken, waren die Kondome wirklich so teuer? Auf zwischen 50 und 100 Millionen Euro wird die Summe beziffert, die von europäischen Kreditkarteninhabern abgeschöpft wurde.

Die Kreditkartendaten wurden missbraucht um hohe Geldbeträge abzubuchen, Flugtickets zu kaufen und dem Internetshopping zu frönen. Zu den Fällen in Großbritannien, in denen vor allem die Wal-Märkte und Tesco-Kette betroffen sind, kommen Fälle in Irland, Dänemark, den Niederlanden und Belgien hinzu.

In Deutschland war es in der Vergangenheit schon zu stümperhaftem Ausspähen von Kreditkarten in Baumärkten gekommen. Dort hatten Kriminelle eingebrochen, um Lauscheinheiten an den Geräten bzw. in einem anderen Fall Minikameras zu befestigen. Beides fiel den Kunden auf. "Wenn Gauner mit Minikameras Geheimzahlen filmen" hieß im April 2007 ein Artikel in der Rheinpfalz. Dieser neue Raubzug nun - von vermutlich asiatischen Kriminellen -verblüfft durch die Ausgeklügeltheit der verwendeten Technik. Die chinesischen Kreditkartenlesegeräte wurden aufwendig umgerüstet. Unklar ist, ob es sich um eine Manipulation ab Werk in China handelt oder ob die Geräte bei einem Zwischenhändler umgerüstet wurden.

Die 100 Gramm schwere "Zusatzausrüstung": Eine kleine Platine hinter der Haupttechnik nimmt nicht alles, was sie kriegen kann, sondern zeichnet die Daten von jeder zehnten Nutzung und die Platinkarten auf, da diese "vielversprechender" sind. Ein Mobilfunkgerät sendet per Anfrage (zu 10er-Datenpäckchen verschnürt) ins Pakistanische Lahore.

Wenn beim Senden der Daten keine Störgeräusche im Handy eines Wachmanns aufgetreten wären, dann würden die Kreditkartenleser wohl weiter unbemerkt ausgespähte Daten versenden. "Nur Geheimdiensten" hätte man noch vor wenigen Jahren so eine aufwendige Manipulation zugetraut, kommentierte ein US-Experte. Die asiatischen Kriminellen werden immer neue Wege finden, das Geldsäckel der Reichen aufzuschlitzen.

Was lernen wir daraus, die Platinkarte wieder der Bank zurückgeben und in Zukunft den Händler glücklich machen mit "Bargeld lacht." (double screening) (Vielen Dank an den g:b User poesie noire für den Tipp!)

(Via taz & Wall Street Journal, thx!)

(Bildquelle: Fortune Watch.com, thx!)

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17 Reaktionen aus dem gulli:Board

Schattenspieler am 15.10.2008 12:35:42:
Eben, EC-Karten reichen völlig aus. Hab bisher nur zweimal ne Kreditkarte benutzt: Einmal, um mich vor JAHREN bei eBay zu registrieren und dann nochmal, um mir nen IM fürs Handy zu kaufen (damals gabs iwi noch keine vernünftigen freien - hat sich das eigentlich geändert?). Aber die hab ich auch ...

a_d_s am 16.10.2008 01:43:38:
Kreditkarten sind halt was für Leute, die das Geld, um sich Dinge zu kaufen, nicht oder noch nicht haben. Das ist so nicht ganz richtig. In Deutschland ist zwar Maestro in Form des früheren EC weit verbreitet und Kreditkarten relativ wenig. In anderen Ländern sieht ...

Schattenspieler am 16.10.2008 01:55:42:
Siehe dazu auch meinen vorhergehenden Beitrag. ;)...

 

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