gulli  Nachrichten  Kommt statt DRM nun der gläserne Medienkonsument? (Update)

Kommt statt DRM nun der gläserne Medienkonsument? (Update)

Losehand am Donnerstag, 29.07.2010 12:15 Uhr

Mit „UltraViolet“ will das Konsortium „Digital Entertainment Content Ecosystem“ (DECE) einen neuen kundenfreundlichen Standard für orts- und geräteunabhängige Streamingdienste etablieren. Mit einem Konto sollen selbst ganze Familien auf Inhalte von Hollywood-Studios zugreifen können. Aber die Branchenvertreter bleiben skeptisch. Update: Defective by Design hat nun eine Kampage gegen uv gestartet.

Solange es aktuelle Kinofilme in guter Qualität und bereits vor dem offiziellen Kinostart kostenlos zum Runterladen gibt, haben Piraterieseiten einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil, zumal es an effizienter Rechtsverfolgung mangelt", ist Werner Müller, der Generalsekretär des österreichischen Vereins für Anti-Piraterie der Film- und Videobranche (VAP), überzeugt. Er blickt damit skeptisch hinüber zu den Entwicklungen auf der anderen Seite der Welt, wo das neue DRM-online-System „UltraViolet“ den Interessen beider Seiten – Rechteinhabern wie Nutzern – entgegenkommen will.

Wenn legal erworbene Medien nicht auf allen vorhandenen und auch vielleicht zukünftig verwendeten Geräten abgespielt werden können, ist Ärger vorprogrammiert: Digital Right Management-Systeme (DRM) sollen die Medienindustrie vor Piraterie schützen. Sie schützen sie aber vor allem vor Kunden, die durch schlechte Erfahrungen mit der Technik abgeschreckt werden.

Ist UltraViolet die Zukunft?

Ist UltraViolet die Zukunft?

Mit „UltraViolet“ soll jetzt volle Kompatibilität zwischen Medien und Geräten hergestellt werden. Und das egal, wo und für welche Gerätearten man mit „UltraViolet“ gekennzeichnete Produkte erwirbt. Egal, ob mit Game-Konsolen, Smartphones oder mit dem Internet verbundenen Fernseh- und Blu-ray-Geräten. Überall, wo man Internet-Zugang und damit Zugang zum „UltraViolet“-Konto hat, sollen die Produktionen der teilnehmenden Studios konsumiert werden können.

Natürlich wird „UltraViolet“ drei Probleme wohl nicht lösen können, die auch den Erfolg der illegalen Streaming-Seiten ausmachen:

1) Die unterschiedlichen Veröffentlichungstermine von Spielfilmen,
2) die geographischen Beschränkungen in der Lizenzierung und
3) die Sensibilisierung der Nutzer für den Datenschutz.

Denn je mehr Firmen mit „UltraViolet“ ihre Filme und TV-Serien anbieten, desto eher wird den Konsumenten das Gefühl beschleichen, der heimische Medienschrank und seine Nutzung seien nicht mehr privat, sondern gläsern, denn ohne den Zugang zum Konto bleiben die Bildschirme dunkel.

Dass die Filmbranche mehr oder weniger hektisch nach kreativen Lösungen sucht, um Erlöse aus dem immer beliebter werdenden Streaming zu erzielen, ohne die Kontrolle über ihre Rechte zu verlieren, ist unbestreitbar. Aber ob der Weg, den auch der Spielehersteller Ubisoft eingeschlagen hat und die Kunden bei jeder Mediennutzung zu einer Internet-Verbindung zwingt, von Erfolg gekrönt sein wird, bleibt mal wieder abzuwarten.

Update (von Ghandy):

Ultraviolet

Ultraviolet

Bei Defective by Design gibt es seit gestern eine Kampagne gegen UltraViolet. Alle Leser werden aufgefordert, Grafiken gegen dieses neue DRM-System zu erstellen, bereits bestehende Banner einzubinden, die teilnehmenden Firmen zu kontaktieren oder auf ihrem Blog auf die Aktion hinzuweisen. Die Free Software Foundation hält alle weiteren Informationen hier auf dieser Website bereit. Vielen Dank an Glidesurfer für den Tipp!

Bild-Quellen: UltraViolet

Text-Quellen: pressetext.at

tagsTags: drm

Wissenswertes zum Thema: Bild und Film Zukünftige Entwicklung Rechtliche Aspekte 

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17 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • alter_Bekannter am 01.08.2010 04:30:24

    Und wenn alle mir gehorchen muss sich keiner bekriegen.:beer:...

  • freeJofi am 31.07.2010 13:12:34

    Die Überschrift des Artikels ist schon lustig. DRM heißt doch bloß, das irgendwie versucht wird, Vervielfältigungen zu kontrollieren. UltraViolet ist genau so ein Verfahren, also auch DRM. Mit „UltraViolet“ soll jetzt volle Kompatibilität zwischen Medien und Geräten hergestellt wer...

  • alter_Bekannter am 30.07.2010 07:38:00

    Ist klar, ständige Onlineverbindung für die Nutzung erworbener Medien. Das werde ich nicht nur nicht meinen Eltern klarmachen können (60) sondern auch nicht meiner Verwandschaft im mittleren Alter (30). Kann man das als Schuss in den Ofen betrachten? Ich meine ja. ...

  • Destiny666 am 30.07.2010 07:30:47

    Na dann kauft doch erst recht keiner mehr. Ich will DVD... einlegen und sehen und nicht: kaufen einlegen DVDPlayer updaten mich irgendwo online anmelden sehen...

  • vga am 29.07.2010 23:33:20

    For DVDs and Blu-ray discs, UltraViolet is designed to let consumers start with a physical media purchase, then unlock the full UltraViolet digital experience by adding the title to their UltraViolet Account. also wenn ich das richtig verstanden habe, dann braucht man evtl. wirklich n...

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