|
21. Februar 2007
Knast-Kassiber von Fastix Nach der Ordnungshaft geht der Kampf weiterAm 24.2. soll die Ordnungshaft von "Fastix" enden - wegen der Nichtbeachtung mehrerer gerichtlicher Anordnungen wurde gegen den streitbaren Webmaster Haft statt Ordnungsgeld verhängt. In zwei Schreiben aus der JVA Kassel zeigt sich Fastix ungebrochen und kündigt die Fortsetzung des Kampfs nach seiner Entlassung an. Der wichtigste Verbündete: die "fünfte Gewalt", als die er das Netz neben den Staatsorganen und der Presse betrachtet. "Ich eröffne hier, aus dem Zuchthaus heraus, eine neue Phase der Jagd."*
Die Organisation von Legislative, Exekutive und Judikative betrachtet Fastix als lange nicht perfekt. In die als "vierte Gewalt" bezeichnete Presse hat er indessen kein Vertrauen - zu stark sind die Verflechtungen und Abhängigkeiten von Politik und Wirtschaft. "Die Kontrollfunktion der Presse ist ein Torso", so Fastix in seiner Analyse. Mit dem Netz und der allgegenwärtigen Möglichkeit des Publizierens entsteht die "Fünfte Gewalt." "In Blogs, Foren werden (fast) frei Meinungen und Tatsachenberichte veröffentlicht. Hier wird geschrieben und sichtbar, was sonst aus Interesse der Mächtigen verschwiegen wird. Diese 'fünfte Gewalt', die keinen Apparat, keine teure Armee von Mitarbeitern benötigt, ist es, die den anderen vier Säulen einheizt."
Was ein Stück weit die Vehemenz und die Kompromisslosigkeit erklärt, mit der der Kampf inzwischen ausgetragen wird. Den Fastix fortzusetzen offenbar gewillt ist: eine "ehrenwerte Gesellschaft" gilt es zu bekämpfen, die sich seiner Ansicht nach gegenseitig deckt und die Möglichkeiten des Rechtsstaats ausnutzt, um einerseits Geschäfte zu betreiben und gleichzeitig Kritikern wie ihm die Berichterstattung unterbinden zu lassen.
Ärger, der Fastix hingegen wenig zu stören scheint und mit dem er rechnet und rechnete: "Ich bekenne mich dazu, dass ich sehenden Auges hier im Kasseler Zuchthaus gelandet bin. Ich habe vom ersten Tag an darüber berichtet, wie die Täter vorgehen,. wozu diese bereit sind. Ich habe alles vom ersten Tag an gewußt, wo das enden kann. Ich werde nicht jammern - wozu auch? Auch Mauern von Zuchthäusern haben Fenster, Türen - sind durchdringbar. Ich habe die Gewißheit, dass auch jene, die dafür bezahlt werden, mich zu "peinigen", jetzt die Geschichte kennen denn diese gehen aus und ein. Ich weiß also jetzt auch, dass der Eine oder der andere im Internet über mich und die Bande nachgelesen hat."
* Faksimiles und alle Zitate aus den Schreiben Fastix' unter GFDL. Abdruck vollständig oder auszugsweise erlaubt, solange der Sinnzusammenhang nicht entstellt wird. Die hier veröffentlichten Kopien enthalten von gulli.com vorgenommene Schwärzungen, um den Autor der Originale nicht der Gefahr der Strafverfolgung auszusetzen. Verwandte News
Trackbacks
|