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28. Juni 2006

Kinderüberwachung leichtgemacht RFID-Pilotprojekt an japanischer Schule gestartet

An zwei japanischen Grundschulen startet ein Pilotversuch zur Rundum-Überwachung der Kinder via RFID-Chips und Videoüberwachung. Mit aktiven Funkchips ausgestattet, sind die Kinder sekundengenau jederzeit ortbar. Die Überwachungstechnik wird zur "Beruhigung der Eltern" eingesetzt, die den Aufenthaltsort ihrer Kinder so jederzeit bestimmen können.

Das System der Firma NextCom arbeitet mit aktiven RF Code 303 Mhz Mantis RFID-Chips, die eine Reichweite von ungefähr 90 Metern besitzen. Der Chip sendet jede Sekunde ein Signal, wenn er in Bewegung ist, steht er still, funkt er nur alle zwölfeinhalb Sekunden, um Energie zu sparen.

Aufgezeichnet wird das Signal wiederum durch Empfänger, die öffentlich aufgestellt werden - Schule wie Schulweg sollen überwacht werden. Zusätzlich scheint das System den Abbildungen der Hersteller zufolge mit Videoüberwachungssystemen ergänzt zu werden.

Die beliebte Sicherheit der Kinder sei nur der Anfang weiterer Begehrlichkeiten, die die Überwachunstechnik wecken wird, so zusammengefasst die Befürchtungen Kai Ravens.

"Ich bin aufgrund etlicher Beobachtungen seit langem der Auffassung, dass viele neue und invasivere Überwachungssysteme und -anwendungen zuerst bei bestimmten Personenkreisen getestet werden, bevor eine breitere Anwendung ins Auge gefasst wird. ...
Dazu zählen Häftlinge, psychisch Erkrankte, die geschlossen behandelt werden, Kinder, Soldaten, sozial Hilfebedürftige, Arbeitslose."

Für Europa könnten die Rahmenbedingungen für eine leichtere Überwachung von Personen mit "geringem gesellschaftlichen Status" demnächst günstig werden. Eine entsprechende Infrastruktur wird momentan in Großbritannien geschaffen. Die Sender/Empfänger des WDirect-Systems sollen als lokal funkende Informationsssysteme beispielsweise Servicedienstleistung im näheren Umkreis auf Mobilgeräten abrufbar machen, wie z.B. auf Handys oder PDAs.

Die Technik, die auf Knopfdruck die nächstgelegene Tankstelle angeben kann, ist jedoch auch für den umgekehrten Datenweg ausgelegt: das Tracking von RFID-getaggten Gütern sowie andererer RFID-Funkchips ist ebenso mit dem System möglich.

In Deutschland dürften die einschlägigen Hardliner allenfalls in Streit darüber geraten, ob man mit einer solchen Technik gleich die Kinder oder lieber zu ihrer Beaufsichtigung verpflichtete Ein-Euro-Jobber überwachen soll.

(via)

  • 6 Kommentare zum Artikel
  • Paranoid? Wo bleiben Teleschirme und Gedankenpolizei? mfg, Dark Spirit

    Dark Spirit am 28.06.2006 20:50
  • Das ist ja wohl übelst. Es gibt zig möglichkeigten die mir einfallen würden, diese Technik zu missbrauchen. Kinderschänder hacken sich ein und suchen sich das Kind ihrer begierde und warten solange bis es an einer "günstigen" Stelle ist um es zu schnappen. Der Chip wird aus den Klamotten geschnitten und weg ins Versteck. Zitat: Für Europa könnten die Rahmenbedingungen für eine leichtere Überwachung von Personen mit ...

    Storm12 am 08.07.2006 21:28
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