gullinews am Freitag, 14.12.2007 12:21 Uhr
Und diese ist nicht ganz unbeleckt, was das Verbreiten von Gewalt- und Kriegsspielen angeht: durchaus auf Augenhöhe mit kommerziellen Games kam vor fünf Jahren "Americas Army" heraus, ein Egoshooter/Strategiespiel zur Anwerbung von Rekruten für die Armee. Und wurde durch die kostenlose Verbreitung schnell zu einem der meistgeladenen Games im Netz.
Wie die von heise zitierten "weit reichenden Abgabe-, Vertriebs- und Werbeverbote" aussehen sollen? Denn bekanntlich ist die einschlägige Downloadseite der US-Army auch in Deutschland problemlos zu erreichen, wird das Spiel ohne Alterskontrolle abgegeben und, nun, zimperlich ist man in Deutschland diesbezüglich noch selten gewesen, was Sperrverfügungen oder Linkverbote angeht.
Nun gibt es bei der US Army eine eigene Abteilung, die sich nur mit Games beschäftigt - als Trainings- und Simulationsumgebung für die Soldaten, aber natürlich auch als Rekrutierungsmittel. Und handelt es sich bei den dort bevorzugt eingesetzten "Egoshootern und Echtzeit-Strategiesimulationen" nun um Spiele, die den Krieg verherrlichen? Oder gar um Spiele, in denen Tod und Gewalt das geschehen "selbstzweckhaft beherrschen"? Und wenn ja, wie will von der Leyen dagegen vorgehen?
Wobei die interessanteste Frage nach wie vor bleibt, warum sie es denn will. Nach wie vor ist eine kausale Verknüpfung zwischen den einschlägigen Games und realen Gewalttaten mehr als fragwürdig. Aber es ist ja nichts neues, dass politische Entscheidungen in Bezug auf neue Medien auf weitgehend faktenfreien Grundlagen entstehen. Und dass der Jugendschutz in Deutschland eine lächerliche, wenn nicht ärgerliche Veranstaltung ist, kann ja auch seit einiger Zeit als bekannt vorausgesetzt werden.
| 47 Reaktionen aus dem gulli:Board |
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Dar|ky am 21.12.2007 00:38:30: |
titus_shg am 21.12.2007 01:41:45: |
Minigun am 21.12.2007 07:59:59: |