gulli: Killerspiele unterm Weihnachtsbaum: GwG warnt Eltern vor dessen Erwerb
29. November 2007

Killerspiele unterm Weihnachtsbaum GwG warnt Eltern vor dessen Erwerb

Die Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie e.V. (GwG) warnt in ihrer aktuellen Pressmitteilung vor dem Erwerb von so genannten Killerspielen. Die Psychotherapeuten dieser Organisation fordern ein Verbot von Computerspielen, in denen Jugendliche für das Töten und Foltern von Menschen belohnt werden. Killerspiele wären wie Landminen für die Seele der Kinder, so Elke Ostbomk-Fischer vom GwG weiter.

Sie spricht von einer Medienverwahrlosung junger Menschen, die in den vergangenen Jahren ein erschreckendes Ausmaß erreicht hätte. Die politisch Verantwortlichen werden in der Pressemitteilung zum Handeln und damit zur Zensur aufgefordert. So fordert man, die Herstellung und Verbreitung der Killerspiele unter Strafe zu stellen. Eine wachsende Zahl Jugendlicher verbringe mehr Zeit mit suchtfördernden PC-Spielen, als in der Schule. Jan Saarmann von Turtle Entertainment sagte noch im Dezember letzten Jahres im Verlauf eines externer Link in neuem Fenster folgtInterviews bei Gulli.com zu diesem Thema:

"Vorschnelle und unüberlegte Sanktionen, wie sie von den in diesem Zusammenhang bestens bekannten Politikern zur passenden Gelegenheit immer wieder gefordert werden, helfen nicht die Ursache des Problems zu lösen. Im Gegenteil, sie werden zum Verlust von Wachstum und Arbeitsplätzen in einer der innovativsten und am schnellsten wachsenden Branchen führen und wahrscheinlich auch zur Umsiedlung von Unternehmen in andere Länder der EU".

Zusammenhänge zu dem Amoklauf in Emsdetten etc. sah er als künstlich hergestellt an. Saarmann in dem noch immer tagesaktuellen externer Link in neuem Fenster folgtInterview weiter:

"Mit den Spielern haben die Aktionisten unter den Politikern einen Sündenbock gefunden, auf den man verweisen kann und der - solange das Thema in den Medien akut ist - ablenkt von eigenen Versäumnissen und vielleicht die eine oder andere Wählerstimme einfängt".

Vielleicht sollte man den Eltern die Entscheidung selber überlassen, welche Geschenke sie tatsächlich unter den Weihnachtsbaum tun und welche sie weglassen. Die Auffassung, dass Computerspiele über ein gewisses Suchtpotential verfügen und manche Kinder wie Jugendliche zu viel Zeit vor der „Kiste“ verbringen, ist unumstritten. Manche Elternteile, für die dieser Bereich fremd geblieben ist, wünschen sich Hilfestellung von außen. Aber ist es deswegen wirklich notwendig, eine staatliche Korrektur in Form von Gesetzen zu fordern? Sollte der vom externer Link in neuem Fenster folgtGwG benutzte Begriff Medienbildung tatsächlich gleichbedeutend mit Zensur gesehen werden? Die Psychotherapeuten fordern die Eltern auf, sich ein eigenes Urteil zu bilden. Dem Aufruf an die Väter und Mütter der Nation, sie mögen doch bitte ihren Kopf selber zu benutzen - dem kann man immerhin nur zustimmen.

  • 51 Kommentare zum Artikel
  • Bei den Killerspielen, die Ich hier habe, da hilft das GwG auch nicht weiter. Hauptsache meine langeweile ist Gestillt.

  • hehe habe mit 14 HL² zu weihnachten bekommen^^

    B1nch3N am 12.12.2007 21:28
  • Kein Kind daß in einer gesunden psychischen Verfassung ist, würde Gefallen daran finden virtuell Menschen zu töten bzw. zu foltern.

    crying_soul am 12.12.2007 21:30
  • kommt natürlich ganz darauf an was man darunter versteht und was man sich davon erhofft etc... aber nur das ich manhunt lustig finde macht mich wohl kaum zum psychopathen oder? weil ganz nebenbei spiele und gucke ich so ein kram seid ich 12 bin und könnte sowas nie real tun außerdem kann ich leute nicht verstehen die sich aufregen wie verrückt wenn ihr wow charakter stirbt o.Ä. wenns zum 1000en mal an der selben stelle passiert hab ich ...

    Ehemaliger am 12.12.2007 23:28

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