|
27. Juli 2006
KaZaA vs. Musikindustrie Einigung plus 100 Millionen AbfindungDen langen Rechtsstreit zwischen KaZaA-Betreiber Sharman Networks und der Musikindustrie legen die streitenden Parteien bei: KaZaA vertreibt lizenzierte Musik und zahlt 100 Millionen Dollar Strafe. Den Genickbruch feiert KaZaA-Betreiber Sharman Network als "Beginn einer neuen Ära", die IFPI als "bestmögliches Ergebnis für Industrie und Konsumenten". Nicht jedoch für die Labels und für RadioDJs. Letzteren empfahlen in der Vergangenheit Vertreter der Labels, KaZaA zu nutzen, statt auf Promo-CDs zu warten. Die hundert Millionen - wenn sie denn jemals gezahlt werden - gehen natürlich an die üblichen Verdächtigen: Universal Music, Sony BMG, EMI und Warner Music. Ursprünglich konnten sich die Kläger Entschädigungszahlungen von gar einer Milliarde Dollar vorstellen. Zum Vergleich: iMesh sollte nach seiner Weihe zum labelfreundlichen Tauschdienst 4,1 Millionen zahlen. Ob der Shop dieses Geld jemals erwirtschaftet, ist fraglich. Ob die Big Four jemals etwas von ihren Forderungen sehen, kann damit getrost bezweifelt werden. Bereits Napster tut sich mit den schwarzen Zahlen noch schwer, von iMesh redet kein Mensch mehr, während KaZaA nicht einmal mehr einen guten Namen zur Vermarktung hat: als Spyware- und Fakeschleuder ist der Dienst schon seit Jahren verschrien. Teure Folgen der Werbung, die KaZaA betrieb - denn nach wie vor ist höchst umstritten, dass getauschte Files zu weniger Umsätzen führen. Und Werbung machte KaZaA, ganz unentgeltlich. Im Rahmen seiner Verteidigung von Filesharern führt Anwalt Ray Beckerman mehrere Quellen an, die bestätigen, dass Labels RadioDJs zur Tauschbörsennutzung geraten hatten. "Ich bin durch mehr als eine Quelle davon unterrichtet worden, dass die großen Labels zur Nutzung genau der P2P-Netze ermutigten, die sie verteufeln. Radio-DJs sagten aus, dass Mitarbeiter der Label, die ihnen bislang Promo-CDs schickten, ihnen nun empfahlen, KaZaA, Gnutella oder sowas zu verwenden, und dort die Songs zu laden." In der Tat teure Werbung, die KaZaA da für die Labels machen durfte. Nur, dass man für Werbung in der Regel Geld uind keine Schadenersatzklage bekommt. Verwandte News
Trackbacks
|