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08. September 2005
KaZaA soll eine Milliarde an die MI zahlenNeue Forderungen der Labels nach Urteil in Australien Mehr als eine Miliarde Dollar wollen die Labels aus KaZaA herausklagen, um die Schäden zu kompensieren, die die Tauschbörse verursacht haben soll. Damit gewinnt die Jammerei der Musikindustrie über angebliche Verluste durch Filesharing eine völlig neue Dimension. Indessen sind bei KaZaA allenfalls 30 Millionen zu holen, die in momentan per Gerichtsentscheidung eingefrorenen Konten liegen. Betrachtet man den Wert der gestohlenen Musik in Höhe von mehreren Milliarden Dollar, werden die Schadensersatzforderungen entsprechend substantiell sein, zitiert der Daily Telegraph den australischen Piraterieermittler der Musikindustrie, Michael Speck. Es gehe darum, ein Signal für andere Hersteller von Filesharingsoftware zu setzen. Indessen wurde KaZaA nicht direkt verboten: nur die Einbindung von Filtersoftware wurde gerichtlich vorgeschrieben, die das Sharen urheberrechtlich geschützten Materials verhindert. Ed Felten äußert sich jedoch mehr als skeptisch zu den Filterverordnungen und sagt deren sicheres Versagen voraus: nicht einmal Napster hat es geschafft, entsprechende Filter zu errichten, die von den Usern nicht leicht umgangen werden konnten. Dabei habe Napster sogar eine zentralisierte Serverstruktur zur Verfügung gehabt, was beim verteilten FastTrack - System nicht gegeben ist. Entsprechend werden die User wohl kaum nachträglich die kommenden, filternden Client-Versionen installieren. Wortfilter für Dateinamen dürften die Tauschbörse mit aktiven Filtern ohnehin unbenutzbar machen. Zuviele Begriffe aus dem allgemeinen Sprachgebrauch seien auch Bezeichnungen urheberrechtlich geschützter Werke. Dennoch dürfte das jetzige Urteil für sich schon KaZaA schwer zu kauen geben: die Prozesskosten müssen laut Gerichtsurteil zu 90% von KaZaA getragen werden, diese summieren sich inzwischen auf beachtliche 9 Millionen Dollar. Dass von den nun in den Raum gestellten Schadenersatzforderungen jemals auch nur ein Cent bei den Künstlern landet, kann jedoch getrost bezweifelt werden, und von der Einstellung der Verfahrenseinleitungen gegen Filesharern ist selbstverständlich auch keinerlei Rede. Aber wenn man User und Hersteller zweimal parallel wegen derselben, fiktiven Schäden melken kann - nun, dass die MI alles und jedes mitnimmt, solang es Geld bringt, ist ja nichts neues. Verwandte News
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