gullinews am Montag, 10.04.2006 13:38 Uhr
Die CRIA vertrat über 15 Jahre die Auffassung, Leermedienabgaben seien notwendig, um die Künstler angemessen für die Herstellung von Privatkopien zu entschädigen. Das Konzept war durchaus erfolgreich: die Leermedienabgabe überstieg selbst die von der Musikindustrie propagierten Verlustzahlen und trug maßgeblich zum Einkommen der Musiker und Künstler in Kanada bei.
Es passt damit vollkommen zur Linie der großen Labels, ausgerechnet die Abschaffung einer Einkommensquelle zu fordern, die den Musikern zugutekam - wenngleich die Ausschüttungsmethoden und -richtlinien durchaus strittig waren.
Neben der Aussage, die Leermedienabgabe legitimiere den Medientausch, ist eine weitere Aussage Hendersons höchst bemerkenswert: wohin die Reise gehen soll, macht der CRIA-Chef mehr als deutlich.
"Wir bewegen uns zu auf ein Szenario, in dem alles entweder kopiergeschützt oder weitgehend kopiergeschützt sein wird."
Was im krassen Gegensatz zur Strategie der Indielabels in Kanada steht, welche 90% der Musikreleases veröffentlichen und die zu DRM und Kopierschutz in der Regel eine kritischere Haltung als Henderson haben.
Besorgniserregender indessen die Hoffnungen, die Henderson in Kopierschutz und die Kriminalisierung der Umgehung desselben setzt. Der Verzicht auf eine maßgebliche Einkommensquelle scheint einem immensen Optimismus geschuldet, was die totale Verhinderung von Privatkopien in nicht allzu ferner Zukunft angeht. Man mag sich den Überwachungs- und Kontrollstaat, der diese Totalkontrolle über Privatkopien zu leisten vermag, nicht wirklich vorstellen.
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am 11.04.2006 10:43:28: |
am 20.04.2006 23:39:40: |
yggr am 20.04.2006 23:43:15: |