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13. Februar 2006

Kampagnen gegen Google gestartet

Chinazensur und Desktopsuche angeprangert

Man solle die Macht von selbstgedruckten T-Shirts nicht unterschätzen, schreibt der Cult of The Dead Cow. "Goolag" vermischt zwar ein wenig mutig russische Lager und chinesische Netzzensur, ist aber durchaus griffig und bringt die Politik Googles auf den punkt, sich im Zweifelsfall fürs geschäft und gegen das "Don't be Evil"-Motto zu entscheiden, das man an anderer Stelle gerne kultiviert. Das Logo liegt - leider - bislang nur als .gif vor.

GoolagDen 14. April schlicht zum "Boycott Google" - Day ausgerufen haben die Students for a Free Tibet. Man mag den Unterstützern von Staaten unter religiöser Führung skeptisch gegenüberstehen, besser als Valentinstag dürfte die Aktion allemal sein. Man solle nebenbei nicht nur an Google denken, geht es umn die UNterstützung totalitärer Regimes, Zenusur und Netzkontrolle: Microsoft, Cisco und Yahoo stehen für ihre unkritische Haltung dem Regime gegenüber ebenfalls am Pranger, Yahoo! hat mutmaßlich zur zweiten Verhaftung eines Dissidenten beigetragen: die Kooperation Yahoos mit der Polizei brachte dem Menschenrechtsaktivisten Li Zhi acht Jahre Knast ein.

Angesichts von Googles China-Politik wird allzuleicht vergessen, wie auch in westlichen Ländern der Suchmaschinenriese die Privatsphäre der User unterminiert und Einfallstore für staatliche Überwachung schafft. Die EFF warnt aus gegebenem Anlass vor Googles Desktopsuche. Nutzt man die Option, über mehrere Rechner Dokumente indexieren zu lassen, speichert Google Daten auf Google-Servern. Diese Daten genießen weniger rechtlichen Schutz und ihre Herausgabe kann durch Nebenklagen und Verfügungen leichter angeordnet werden als die von Daten auf dem eigenen Rechner. Auch Google selbst könnte sich den schwächeren Schutz extern gespeicherter Daten zu Nutzen machen: noch scannt man die Files auf den Rechnern der User nicht, um beispielsweise passende Werbung zu schalten, Googles Privacy-Politik verbietet dies jedoch keineswegs auf Dauer. Von der Möglichkeit, ihre Privacy-Statements unangekündigt zu ändern, würde Google dabei nicht zum ersten Mal Gebrauch machen.

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