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04. Juni 2008
Kabinett beschließt Novelle des BKA-GesetzesDas Bundeskabinett hat heute nach monatelangen Diskussionen die Neuregelung der umstrittenen BKA-Gesetze abgenickt. Mit der Novelle sollen die Kompetenzen des Bundeskriminalamtes erheblich ausgeweitet werden. Damit soll unter anderem die Videoüberwachung von Wohnungen und die Online-Durchsuchung privater Computer ermöglicht werden. Wegen der geplanten Online-Durchsuchung hatte es in der Vergangenheit viel Streit zwischen den Ministerien gegeben. Höchstwahrscheinlich muss man zudem aufgrund der Beschwerden der SPD-Fraktion noch einige Regelungen im parlamentarischen Verfahren abändern. Wie üblich wird die eklatante Ausweitung der Möglichkeiten des BKA mit dem Kampf gegen den internationalen Terrorismus begründet. Ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts hat für die Online-Durchsuchung enge Grenzen vorgeschrieben. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) setzte in den vorangegangenen Verhandlungen zwischen den zuständigen Ministerien durch, dass für die Installation der Überwachungssoftware die Wohnung nicht betreten werden darf. Der SPD-Politiker Sebastian Edathy forderte, der Kabinettsbeschluss müsse im Parlament so umgesetzt werden, dass "kein Schnüffelstaat" entstehe. Er setzte sich zudem für eine Balance zwischen den Sicherheitsinteressen und dem Schutz der bürgerlichen Freiheitsrechte ein. Den Politikwissenschaftler Florian Glatzner vom FoeBuD e.V. hat der heutige Beschluss nicht wirklich überrascht. In einem Telefongespräch mit der Redaktion der Gulli News sagte er, dass man diese Entscheidung nicht für allzu wichtig nehmen sollte. Die Gesetze würden noch immer durch den Bundestag und nicht durch das Kabinett beschlossen. Man müsse nun also abwarten, was der Bundestag diesbezüglich im Detail diskutieren und entscheiden wird. Florian Glatzner hat im Rahmen seiner Magisterarbeit "Die staatliche Videoüberwachung des öffentlichen Raumes als Instrument der Kriminalitätsbekämpfung - Spielräume und Grenzen" die Frage behandelt, ob und wann Videoüberwachung zur Kriminalitätsbekämpfung sinnvoll angewendet werden kann. Die PDF-Datei kann bei Interesse von hier heruntergeladen werden. Bundesinnenminister Schäuble indes zeigte sich mit der Entscheidung sehr zufrieden: "Der heute vom Bundeskabinett beschlossene Entwurf stellt einen maßgeblichen Baustein in der Sicherheitsarchitektur der Bundesrepublik Deutschland dar. Wie im Koalitionsvertrag verabredet, schaffen wir die erforderlichen Befugnisse des Bundeskriminalamts im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. (...) Mit Verwunderung habe ich die öffentlichen Debatten der vergangenen Wochen beispielsweise in Bezug auf die Regelung zur optischen Wohraumüberwachung verfolgt. (...) Dem Bundeskriminalamt soll im Rahmen der Online-Durchsuchung gestattet werden, unter bestimmten, sehr eng umrissenen Voraussetzungen durch den Einsatz technischer Mittel, das heißt durch entsprechende Programme, Daten aus informationstechnischen Systemen zu erheben, um terroristische Gefahren abzuwehren und entsprechende Straftaten zu verhüten. Nachdem das Bundesverfassungsgericht festgestellt hat, dass eine solche Maßnahme mit den Vorgaben unserer Verfassung im Ob ihm die meisten Bürgerinnen und Bürger da beipflichten werden? Den Gesetzentwurf kann man als PDF-Dokument von hier beziehen. (via stern.de, bmi.bund.de, thx!) Verwandte News
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Zitat: Zitat von Gravenreuth In der Schule nicht zugehört? Im Kampf gegen die Demokratie kooperierten Kommunisten auch mit Nationalsozialisten. Hui! da muss man 75 Jahre zurück, um solchen Schmarn als ständige Regel postulieren zu können? Vermutlich hat wegen dieses untestellten "Arm in Arm" Pastor Niemöller geschrieben „Als sie die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen - denn ich war ja kein ... mboettcher am 05.06.2008 19:23
es ist nur noch eine frage der zeit bis die menschen angst haben müssen äußerungen über diesen staat zu tätigen, da sie ja befürchten müssen unter verdacht zu geraten...eine rechtfertigung dazu lässt sich leicht finden, da der begriff verdächtig nicht näher definiert ist...es kann praktisch jeden treffen. der nächste schritt nach der darauf folgenden permanenten überwachung diesem kreis zugeordneter personen wäre es dann diese menschen ohne ... Todde am 06.06.2008 08:38
Zitat: Zitat von titus_shg sicher, GPS sendet auch auf 400 MHz und sitzt hinter der Stossstange. Auf das normale Navi im Fahrzeug hat aber im Regelfall niemand von aussen Zugriff und kann ohne vorherige Manipulation die Bewegungsdaten irgendwo hin schicken lassen. MfG Andy Nur Pech wenn man noch ein Handy in der Tasche hat, das können die Stasibrüder immer orten wenn es eingeschaltet ist. Helvete80 am 06.06.2008 10:34
Zitat: Zitat von Helvete80 Nur Pech wenn man noch ein Handy in der Tasche hat, das können die Stasibrüder immer orten wenn es eingeschaltet ist. Was hat das jetzt mit dem Navi zu tun? MfG Andy titus_shg am 06.06.2008 10:37
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