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25. März 2008
Justizministerium gedenkt dem Ermächtigungsgesetz Oh, die Ironie"Neue Gesetze mussten fortan nicht mehr verfassungskonform sein und die Grundrechte wahren." Dieser Satz stammt aus der Presseerklärung des Bundesministeriums der Justiz, die dem Ermächtigungsgesetz 1933 gedenkt. Wir erinnern uns: vor 75 Jahren wurde das "Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich" erlassen, mit dem laut BMJ die Grundlage zur Abschaffung der parlamentarischen Demokratie gelegt wurde. Ironisch: in der ZEIT schrieb am gleichen Tag Kai Biermann: "Tatsächlich sind in Berlin offensichtlich an entscheidenden Stellen Anarchisten am Werk, für die Regeln nicht gelten und die nach dem alten Spontispruch handeln: Legal, illegal, scheißegal." Das BMJ salbadert aufs Selbstverständliche zu den Lehren, die man aus der NS-Machtergreifung gelernt haben will:
Ein Prinzip, an das nicht nur die Regierung erinnert werden muss. Heute lässt sich das Parlament allzu gerne zum Handlanger instrumentalisieren, geht es um verfassungsfeindliche Gesetzesentwürfe, und die Häufigkeit, mit der in der jüngsten Vergangenheit die Verfassung vor der Regierung geschützt werden musste, sollte alle Alarmglocken schrillen lassen. Die Ironie: dabei spielten Justizministerin Zypries und der "oberste Verfassungsschützer", Innenminister Schäuble, regelmäßig tragende Rollen.
So Kai Biermann in seiner lesenswerten Polemik, in der er fortfährt:
Das BMJ hingegen begnügt sich mit dem Hinweis auf die finsteren Zeiten vor einem Dreivierteljahrhundert, in denen ein menschenverachtendes Regime Verfassung und Menschenrechte mit den Füßen trat:
Man könnte geradezu Angst bekommen, dass so etwas nochmal passieren könnte. Heute haben wir aber glücklicherweise aus unserer Geschichte gelernt. Oder nicht?
Das ist nicht etwa aus der BMJ-Erinnerung ans Ermächtigungsgesetz zitiert, sondern aus Biermanns Stellungnahme zum aktuellen politischen Kurs der Bundesregierung. Deren Angehörige Brigitte Zypries Sätze wie die folgenden öffentlich verkündet:
Wenn da nun nur nicht ein paar "Parlamentarierinnen und Parlamentarier" im Grab rotieren. Trackbacks
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