gulli: Jondonym auf USB-Stick: JAP-Nachfolger gegen die Vorratsdatenspeicherung

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09. November 2007

Jondonym auf USB-Stick JAP-Nachfolger gegen die Vorratsdatenspeicherung

Neben TOR war lange Zeit JAP/AN.On die Alternative zum anonymen Websurfen über Mixkaskaden, gefördert wurde das Projekt von zwei Universitäten und dem Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein. Jondonym heißt das Nachfolgeprojekt, welches zur möglicherweise bevorstehenden Verbindungsdatenspeicherpflicht für Provider nun eine USB-Version zum Mitnehmen anbietet. Unterstützt wird der Dienst seit kurzem auch von der Piratenpartei Bayern.

Der diesen Sommer "externer Link in neuem Fenster folgtprivatisierte" Anonymisierer JonDoNym sowie ein auf das Programm abgestimmter Firefox namens JonDoFox sind als Open Source für Windows, Mac und Linux verfügbar. Versprochen wird - insbesondere bei der kostenpflichtigen Nutzung des Dienstes  eine nicht aufdeckbare Anonymisierung der User, da die Verbindungen auch über Server im Ausland geleitet werden.

Kostenlose Server fürs JonDoNym-Routing werden unter anderem vom Chaos Computer Club, der TU Dresden und dem ULD gestellt, die bayrische Piratenpartei hat nun noch zwei weitere Server beigesteuert, die Teil des kostenpflichtigen Angebots sind. Wie üblich zeichnet sich das Bezahlangebot durch höhere Geschwindigkeiten aus.

JonDoNym Nachfolger von JAP und AnOnZur mobilen Variante führte JonDoNym als zusätzliches Feature auch noch Wegwerf-Mailadressen ein, die nach dem Muster von Trashmail und Konsorten Registrierungen auf Webseiten möglich werden, ohne eine zurückverfolgbare E-Mail-Adresse einrichten und angeben zu müssen.

JonDoNym verspricht Anonymisierung durch das standardmäßig mehrfach verschlüsselte Routing über mehrere Server  unabhängiger Betreiberorganisationen. Selbst bei Einführung einer internationalen Vorratsdatenspeicherung durch nationale Behörden sei so kein Zugriff auf die gesamten Logdaten und damit keine Deanonymisierung von Nutzern möglich. Die Internationalisierung des Dienstes soll in den nächsten Monaten noch weiter vorangetrieben werden.

Anders als "einfache" Proxys geben Mixkaskaden Sicherheit vor gerichtlichen Anforderungen nach Datenspeicherung - wenngleich sogar JAP in der Entwicklungsphase zum Loggen einzelner User verpflichtet wurde, um in einer Kinderporno-Fahndung Daten zu liefern. Möglich war das, weil alle JAP-Server denselben Betreiber hatten. Mit der verteilten, dezentralen Infrastruktur im In- und Ausland ahmt JonDoNym das Prinzip von TOR nach - der "Onion Router" verwendet ebenfalls eine Vielzahl von Tor-Nodes im In- und Ausland, wodurch eine zentrale Datenspeicherung unmöglich wird.

externer Link in neuem Fenster folgtJonDo und der externer Link in neuem Fenster folgtJonDoFox können kostenlos heruntergeladen werden.

  • Hallo! Man stößt ja manchmal auf Gerüchte, JAP bzw TOR seien verkauft worden. Die große Gefahr dabei ist die Möglichkeit des Staates, sich Hintertürchen einbauen zu lassen gegen entsprechendes Honorar. Für mich als potentiellen Anwender ist das Exit-Node-Problem bei TOR ein definitives KO-Kriterium, aber auch die "Umbenennung" von JAP stimmt mich auch mißtrauisch... Daher bitte ich um mehr Backgroundinfos oder potentielle Alternativen ...

  • Oh Gott, wer verbreitet denn solche Gerüchte? Das BKA? Die Regierung? Das klingt fast wie die Leugnung der Existenz von Bielefeld :-) Roger Dingledine, den Entwickler von Tor, kenne ich persönlich - ein sehr engagierter Wissenschaftler, und mit Herz und Seele bei der Entwicklung von Tor. Der Verkauft sein Baby nicht. Genausowenig wie wir unseren - jetzt JonDonym - genannten Dienst. "JAP" ließ sich leider nicht als Markenname schützen, und ist ...

  • Sehr gute Software. Das auf alle Fälle

    vincentonline am 23.01.2008 21:42
  • Mal ne Frage in die Runde: Ich hab mal gelesen, dass der Einsatz von TOR zu einem spürbaren Geschwindigkeitsverlust führt. Aus diesem Grund habe ich mich bisher nicht weiter mit Tools wie TOR oder JAP beschäftigt. Wie stark wirkt sich die Nutzung von Anonymizern wirklich auf die Verbindungsgeschwindigkeit aus (Downspeed beim Filesharing, Aufbau von Webseiten etc... müssen ja keine genauen KB-zahlen sein, aber n "gefühlte Prozentsatz" wär ...

    111einself am 23.01.2008 22:43
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