Jondonym auf USB-Stick: JAP-Nachfolger gegen die Vorratsdatenspeicherung

Jondonym auf USB-Stick: JAP-Nachfolger gegen die Vorratsdatenspeicherung

gullinews am Freitag, 09.11.2007 12:37 Uhr

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Neben TOR war lange Zeit JAP/AN.On die Alternative zum anonymen Websurfen über Mixkaskaden, gefördert wurde das Projekt von zwei Universitäten und dem Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein. Jondonym heißt das Nachfolgeprojekt, welches zur möglicherweise bevorstehenden Verbindungsdatenspeicherpflicht für Provider nun eine USB-Version zum Mitnehmen anbietet. Unterstützt wird der Dienst seit kurzem auch von der Piratenpartei Bayern.

Der diesen Sommer "privatisierte" Anonymisierer JonDoNym sowie ein auf das Programm abgestimmter Firefox namens JonDoFox sind als Open Source für Windows, Mac und Linux verfügbar. Versprochen wird - insbesondere bei der kostenpflichtigen Nutzung des Dienstes  eine nicht aufdeckbare Anonymisierung der User, da die Verbindungen auch über Server im Ausland geleitet werden.

Kostenlose Server fürs JonDoNym-Routing werden unter anderem vom Chaos Computer Club, der TU Dresden und dem ULD gestellt, die bayrische Piratenpartei hat nun noch zwei weitere Server beigesteuert, die Teil des kostenpflichtigen Angebots sind. Wie üblich zeichnet sich das Bezahlangebot durch höhere Geschwindigkeiten aus.

Zur mobilen Variante führte JonDoNym als zusätzliches Feature auch noch Wegwerf-Mailadressen ein, die nach dem Muster von Trashmail und Konsorten Registrierungen auf Webseiten möglich werden, ohne eine zurückverfolgbare E-Mail-Adresse einrichten und angeben zu müssen.

JonDoNym verspricht Anonymisierung durch das standardmäßig mehrfach verschlüsselte Routing über mehrere Server  unabhängiger Betreiberorganisationen. Selbst bei Einführung einer internationalen Vorratsdatenspeicherung durch nationale Behörden sei so kein Zugriff auf die gesamten Logdaten und damit keine Deanonymisierung von Nutzern möglich. Die Internationalisierung des Dienstes soll in den nächsten Monaten noch weiter vorangetrieben werden.

Anders als "einfache" Proxys geben Mixkaskaden Sicherheit vor gerichtlichen Anforderungen nach Datenspeicherung - wenngleich sogar JAP in der Entwicklungsphase zum Loggen einzelner User verpflichtet wurde, um in einer Kinderporno-Fahndung Daten zu liefern. Möglich war das, weil alle JAP-Server denselben Betreiber hatten. Mit der verteilten, dezentralen Infrastruktur im In- und Ausland ahmt JonDoNym das Prinzip von TOR nach - der "Onion Router" verwendet ebenfalls eine Vielzahl von Tor-Nodes im In- und Ausland, wodurch eine zentrale Datenspeicherung unmöglich wird.

JonDo und der JonDoFox können kostenlos heruntergeladen werden.

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21 Reaktionen aus dem gulli:Board

jondos am 14.11.2007 01:38:42:
Oh Gott, wer verbreitet denn solche Gerüchte? Das BKA? Die Regierung? Das klingt fast wie die Leugnung der Existenz von Bielefeld :-) Roger Dingledine, den Entwickler von Tor, kenne ich persönlich - ein sehr engagierter Wissenschaftler, und mit Herz und Seele bei der Entwicklung von Tor. Der Verk...

vincentonline am 23.01.2008 21:42:33:
Sehr gute Software. Das auf alle Fälle...

am 23.01.2008 22:43:45:
Mal ne Frage in die Runde: Ich hab mal gelesen, dass der Einsatz von TOR zu einem spürbaren Geschwindigkeitsverlust führt. Aus diesem Grund habe ich mich bisher nicht weiter mit Tools wie TOR oder JAP beschäftigt. Wie stark wirkt sich die Nutzung von Anonymizern wirklich auf die Verbindungsgesch...

 

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