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10. März 2007

Japan Schulen steigen auf Linux um

Dass freie Software eine nicht zuletzt preisgünstige und praktische Alternative zu Microsoft und Co. ist, haben nun auch die japanischen Schulbehörden begriffen. Jetzt sollen japanischen Schulen auf Linux umsteigen. Die Idee dahinter ist zunächst pragmatisch: So können auch ältere Computermodelle weiterhin für den Unterricht benutzt werden.

Nach einer Studie des japanischen Wirtschaftsministeriums gab es letztes Jahr in den japanischen Bildungseinrichtungen 400.000 Computer, auf denen entweder Windows 98 oder Windows ME als Betriebssystem installiert war. Diese Versionen werden bekanntlich nicht mehr von Microsoft unterstützt, neue Programme lassen sich darauf kaum benutzen. Für aktuelle Windows-Versionen müßte man nicht nur hohe Lizenzgebühren an Microsoft zahlen, sonder auch massenhaft neue Computer anschaffen, was das Schulbudget sprengen würde. So war es naheliegend, einen Umstieg auf freie Software in Betracht zu ziehen. Bereits Ende 2004 führten die japanischen Behörden ein Pilotprojekt mit Linux an ausgewählten Schulen durch, und das freie Betriebssystem traf bei Schülern wie bei Lehrern fast durchgehend auf positive Resonanz.

Nun beschloß die Bildungskonferenz, die am 2.-3. März in Tokyo tagte, die flächendeckende Einführung von Linux an japanischen Schulen. Dabei soll eine auf Knoppix 4.5 basierte Distribution verwendet werden. Die Wahl auf Knoppix fiel vor allem wegen niedrigen Hardware-Anforderugen sowie der Möglichkeit, das System von CD-ROM zu booten. Die Lehrkräfte sind angesichts des neuen Systems enthusiastisch. Ein Gymnasiallehrer aus der Präfektur Fukuoka kommentierte: "Immer die neuste Software installieren zu müssen, ist kostspielig und erschwert uns die Arbeit. Von jetzt an will ich aktiv auf die Nutzung von Open-Source-Software setzen."

Japan ist nicht das erste Land, in dem staatliche Stellen auf Open-Source-Projekte setzen. In Venezuela ist der Einsatz von Open-Source-Software an Schulen sogar verpflichtend - durch ein kürzlich erlassenes Dekret des Präsidenten. Auch die chinesischen Behörden richten ihr Augenmerk immer mehr auf freie Software.

  • 21 Kommentare zum Artikel
  • Fein, langsam wird es was. Ich komme in genügend Firmen (in D), dort laufen noch viele Rechner mit Win 95/98. Darauf meist ein älteres M$ Office. Die Kisten werden morgens hochgefahren, benutzt und abends wieder ausgeschaltet. Den Leuten dürfte das relativ egal sein, welches BS sich auf den Rechnern befindet. Ein schlankes Linux mit Open Office und dann rennt das. Ein Netzwerkdrucker, oder wenn es halt nicht anders geht, eine Windowskiste, die ...

  • Zitat: Zitat von Stefan S.  dokumente verfasst eine hochschule und ein student in der regel mit latex und nicht mit irgend einem doofen wysiwyg editor. Wenn ich an Pisa denke vermute ich stark, dass die heutigen Hochschulabgänger es eh nicht schaffen, mehr als zehn bis zwölf Seiten Text zusammenhängend zu schreiben; das bekommt man mit Word wohl noch hin, auch wenn die Formatierung halt ewig und ...

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