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Japan sagt ja zu "Fair use": Copyright soll aufgeweicht werden

gullinews am Samstag, 31.05.2008 08:15 Uhr

In Japan soll es nun soweit sein, die Urheberrechtslage soll gelockert werden, um sie verbraucherfreundlicher zu gestalten. Die momentane Lage entspreche nicht mehr dem Zeitgeist und muss somit angepasst werden. Bislang war es strengstens verboten, urheberrechtlich geschütztes Material zu vervielfältigen. Unter Umständen schwappt nun die "Fair Use" Welle auf Japan über und könnte das Kopierverhalten anderer Nation maßgeblich beeinflussen.

Die geplante Auflockerungsaktion, die bereits von der japanischen Regierung offiziell abgesegnet wurde, wird so manchen amerikanischen Copyrightschützern so überhaupt nicht in den Kram passen. Jedoch scheint die momentan noch aktive und gültige Rechtslage selbst der Regierung einen Tick zu streng zu sein.

Nun sollen den japanischen Bürgern mehr Rechte im Bereich der Copyrightbestimmungen zugesprochen werden. Bisher war eine Vervielfältigung nur zum privaten Gebrauch oder an Schulen erlaubt. Es soll nun auch in Sachen Medien eine gewisse Rechtssicherheit geschaffen werden. Des Weiteren soll der Bereich der legalen Ausnahmen erweitert werden. Dazu zählt unter anderem der Einsatz in der Forschung und zum Zweck der Berichterstattung. Die Unterhaltungsindustrie hat sich in der Vergangenheit sehr stark mit der Thematik "Fair Use" beschäftigt und wie üblich ihr großes Engagement gezeigt, den fairen Gebrauch abzuschwächen.

Ob die Inselnation durch diese Gesetzesänderung künftig auf der berühmt berüchtigten "watch list" der USA auftauchen wird, wird im Laufe der Zeit herausstellen.

Das ist jedoch äußert wahrscheinlich, denn Ausschnitte aus Copyright geschütztem Material ohne die Erlaubnis des Eigentümers zu nicht kommerziellen Zwecken zu veröffentlichen, klingt stark nach einem gewichtigem Watch-List Kriterium. Wenn sich ein Land erstmal auf der Überwachungsliste befindet, wird sie von der US-Regierung sehr intensiv unter die Lupe genommen.

Der kanadische Jurist Michael Geist bezeichnet den Vorgang als Prozess, bei dem eine voreingenommene Analyse der Rechtslage fremder Staaten durch eine gut organisierte Lobbyfraktion durchgeführt wird. Im Grunde genommen will man anderen Nationen zeigen, wie man sich zu verhalten hat, ohne dass diese Länder den amerikanischen Gesetzen unterstehen. Es kann allerdings auch passieren, dass die Regierungen solcher genötigter Nationen auch mal zurückschießen oder nach alternativen Wegen suchen, die US-Wirtschaft mit Absicht zu schädigen. Anstatt anderen ständig aufzeigen zu wollen, dass die drakonischen Gesetze des eigenen Landes überall gelten sollen, könnte man sich mehr Gedanken darüber machen, was an der Rechtslage im eigenen Land falsch ist. Thomas Goetz vom Wired Magazin ging mit seinem Statement "The eagle is grounded" noch weiter. Wir riskieren durch diese juristische Missionierung fremder Nationen die eigene Industrie zu zerstören, die durch diesen Vorgang ja eigentlich gestärkt werden sollte. Wenn Japan die Erstellung von Kopien für Forschung und Berichterstattung erlauben will und in diesem Zug ihr Copyright aufweicht, ist das deren Angelegenheit und nicht die der US-Justiz.

(via techdirt, thx!)

tagsTags: copyright fairuse

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2 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • sphaeroid am 31.05.2008 18:01:07

    Wenn sich ein Land erstmal auf der Überwachungsliste befindet, wird sie von der US-Regierung sehr intensiv unter die Lupe genommen. Die Liste oder das Land? Aber egal, bei beidem würde es der US-Regierung gut tun. Bessere Kenntnis führt zur Erkenntnis, Erkenntnis führt zum idea...

  • shirasaya am 31.05.2008 09:39:29

    Hey Mr Bush, ist doch eine gute Gelegenheit in Japan einzufallen. Die Begründung wäre einleuchtender als die für den Irak Krieg. Gott, Schütze, Amerika :D :D :D...

  • gullinews am 30.05.2008 23:03:18

    In Japan soll es nun soweit sein, die Urheberrechtslage soll gelockert werden, um sie verbraucherfreundlicher zu gestalten. Die momentane Lage entspreche nicht mehr dem Zeitgeist und muss somit angepasst werden. Bislang war es strengstens verboten, urheberrechtlich geschütztes Material zu vervie...

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