gulli: ISP liefert falsche IP: 50 Tage Knast wegen Bildern auf Orkut

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08. November 2007

ISP liefert falsche IP 50 Tage Knast wegen Bildern auf Orkut

Überall passieren Fehler, auch beim Ermitteln von Usern über ihre IP. Statt ihrer schnellen Aufklärung kann es auch zu 50 Tagen ungerechtfertigter Haft kommen. So geschehen in Indien, wo ein Mann fälschlicherweise beschuldigt wurde, Bilder auf Orkut geladen zu haben. ISP und Google bedauern den Vorfall.

Weil er angeblich Bilder postete, die den Gründer des indischen Maratha-Reichs beleidigten, ermittelte die Polizei gegen den Täter. Auf Orkut wurden die Bilder geladen, Orkut-Mutterunternehmen Google gab die passende IP heraus (und versicherte, zur Kooperation mit nationalen Strafverfolgern gezwungen zu sein). Der ISP Airtel verwies anhand der IP auf den angeblichen Täter, die Polizei nahm den Mann fest.

Nach 50 Tagen Haft klärte sich der Irrtum auf: Airtel hatte den falschen Nutzer identifiziert. Die Polizei wies alle Schuld von sich, Airtel externer Link in neuem Fenster folgtbedauert zutiefst "die Unannehmlichkeiten für unseren Kunden".

Das Problem: man kann anläßlich eines solchen Vorfalls niemandem zu irgend etwas raten - denn tatsächlich hat der Betroffene ja keine strafbare Tat begangen und wäre auch beim Einsatz von identitätsverschleiernden Tools Opfer des Vorfalls geworden. Insofern bleibt nur zu betonen, dass bei der Ermittlung von "Tätern" im Netz Fehler passieren wie überall auch - und das bereits bei geringfügigen Tatvorwürfen zu einer erheblichen Belastung für die Opfer werden kann. Die Folgen, ginge es um die üblichen Themen Terror und Kinderpornografie, kann sich jeder ausmalen.

  • Meinungsfreiheit ade?

    obnixus am 08.11.2007 18:02
  • so weit ich das verstehe wurde er gar nicht entschädigt, oder? ich hoffe auch, dass es in DE viele Fehler geben wird... Zitat: Meinungsfreiheit ade? was hat das mit der Meinungsfreiheit zu tun? gute nacht all ;-)

  • Zitat: Zitat von Xenor  was hat das mit der Meinungsfreiheit zu tun? Im Artikel ging es darum, dass jemand den Gründer des Maratha-Reiches online beleidigt habe und deshalb eingesperrt wurde. Aber anscheinend bin ich hier der einzige, dem aufgefallen ist, dass dort anscheinend nicht einmal Meinungsfreiheit besteht, während andere sich über Datenspeicherung und ihre Folgen aufregen.

    obnixus am 10.11.2007 08:19
  • naja, kommt drauf an wie die beleidigung war... aber stimmt schon...das habe ich zwar nicht überlesen aber auch nicht dran gedacht als ich deinen post gelesen habe

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