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06. März 2006

Isohunt und Torrentbox vs. MPAA

Torrent-Suchmaschinen planen den Prozess

Unorthodox verlief die letzte Klagerunde der MPAA gegen diverse Torrentsites, eDonkey-Linksites und Binary-Indexseiten: die Presseerklärung des Verbands der Filmindustrie wurde veröffentlicht, noch bevor die genannten Seiten überhaupt eine Klageschrift in der Hand hielten. Nachdem zwei Seiten das beanstandete Angebot einstellten, gehen nun Torrentbox und Isohunt zur Gegenoffensive über: juristische Gegenwehr wird angekündigt, dazu kooperieren die beiden Seiten miteinander und planen weiterhin, sich an die Bürgerrechtler der EFF zu wenden.

Den schwachen Punkt in der Attacke meint man auch schon ausgemacht zu haben: die beiden Seiten sind zum einen keine Tracker, sondern reine Suchmaschinen. Stellt bereits ein Torrenttracker per se keinen Copyrightverstoß dar, da er nur Informationen über Seeder und Leecher bereitstellt, hosten die beiden belangten Webseiten nichtmals Torrents, sondern ermöglichen ihr Auffinden - auf anderen Sites. Darüberhinaus legt Isohunt explizit Wert darauf, DMCA-Anforderungen regelmäßig nachzukommen: beanstandete, indexierte Torrents werden zügig aus dem Suchindex gelöscht.

Erst einige Tage nach der Presseerklärung erhielten die Seiten ihre Klageschriften, und obgleich die Tiefe der rechtlichen Analyse durch den Verband beeindruckend gewesen sei, zeigt sich Isohunt optimistisch. Die Kernanklage sei völlig unzutreffend, Ziel der Suchmaschine sei nicht das gezielte Verletzen von Copyrighs der in der MPAA vertretenen Studios, im Gegenteil. Man indexiere eine große Zahl nicht zu beanstandender Torrents, nach Beanstandungen wiederum könne man schnell reagieren - wenn man entsprechend begründete Aufforderungen zum Takedown erhält. Solche habe die MPAA hingegen nicht geschickt.

Die größte Klippe, die es für die anstehenden Verhandlungen zu umschiffen gilt, ist einmal mehr das Geld. Mit monatlichen Kosten in der Größenordnung von 20.000 Dollar pro Monat wird gerechnet. Eine Spendenaktion soll demnächst anlaufen - und wieder einmal wird die Erinnerung an die peinliche Aktion Lokitorrents wach: nach einer Spendenaktion blieb die Verhandlung aus, die Seite wurde geschlossen.

Mit der EFF bemühen sich die beiden Suchmaschinen jedenfalls um Mitstreiter, deren guter Ruf außer Frage steht.

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