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23. März 2005

Irlands Kinos kriegen Filme in Zukunft per Satellit

Grund: Kratzer im 35mm-Film

Flächendeckend sollen Irlands Kinos ihre Filme in Zukunft per Satellit herunterladen und digital projizieren. Dafür werden in den kommenden Monaten 40 Millionen Euro investiert. Die Digital Cinema Limited (DCL) wird die Technik in Irland als erstem europäischen Land in großem Stil installieren, der Ausbau begann bereits Anfang März.

Kevin Cummins, Direktor bei DCL wird mit den Worten zitiert, sie seien "durch die Kinos gegangen und sahen überall Kratzer und leichtes Flickern auf der Leinwand, wenn die Filme älter werden". Mit der neuen Technik wäre von der ersten bis zur letzten Vorstellung störungsfreier Filmgenuß möglich.

In Deutschland werden Filme inzwischen zunehmend von DVD oder anderen digitalen Datenträgern projiziert. Verglichen mit den 40 Millionen, die DCL in die neue Satellitentechnik investieren wollen, nehmen sich die Transportkosten für die digitalen Medien eher bescheiden aus. Kratzerfreier Filmgenuß ist ebenfalls gewährleistet.

Der Satellitendownload solle "on demand" durch das Kino vonstatten gehen, ein Livestream zu den Vorführterminen ist offenbar nicht geplant. Angesichts der umständlichen Lösung, die mittels digitalem Datenträger einfacher und kostengünstiger zu haben war, bleiben nun doch einige Unklarheiten.

Der Datenstrom wird verschlüsselt übertragen werden müssen - ansonsten wäre nicht gewährleistet, dass Dritte den Satellitentransfer nicht abfangen und selber aufzeichnen. Entschlüsselungstechnik muss demnach in den teilnehmenden Kinos zur Verfügung stehen. Dann wiederum stellt sich die Frage, wo die ebenfalls angepriesene Kostenersparnis für die kleineren Kinos bleiben soll.

Weiterhin ist anzunehmen, dass das neue Verfahren mehr Schutz gegen Releaser aus den Kinovorführräumen bieten soll - entweder wird das Signal jedoch vor dem Abspielen decodiert, dann erspart man den Releasern gleich das Rippen, oder es wird in näherer Zukunft zur Einführung von "sicheren", d.h. nur noch intern decodierenden Projektionsgeräten kommen. Wieder stellt sich die Frage, wer diese bezahlen soll.

Sollte die gepriesene höhere Qualität in der Tat nur vorgeschobenes Argument sein und geht es in Wahrheit darum, die Kinos einerseits noch stärker an die jeweiligen Vertriebe zu binden einerseits (mittels teurer Hardware) und um das Verhindern digitaler Kopien aus den Projektionsräumen anderererseits, wäre zumindest Letzteres eine Abkehr von der seltsam anmutenden Klage der Filmproduzenten, dass Camrips die vorherrschende Sorte von Moviereleases im Internet seien.

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