gulli: Irankrise: Irakischer Regierungssprecher versucht Eskalation zu vermeiden
05. Mai 2008

Irankrise Irakischer Regierungssprecher versucht Eskalation zu vermeiden

Der Regierungssprecher Ali al-Dabbagh gab am gestrigen Sonntag bekannt, dass er keine Beweise dafür erkennen könnte, dass der Iran die extremistischen Schiiten mit Waffen unterstützt hätte. Der Regierung in Teheran war dies in den vergangen Tagen von den USA mehrfach unterstellt worden. Nach der Ankündigung der iranischen Führung, man wolle kein Öl mehr in US-Dollar verkaufen, hatte die amerikanische Regierung als Reaktion einen Flugzeugträger in benachbarte Gewässer entsendet. Die Krise zwischen den beiden Nationen scheint sich erneut aufzuheizen.

Der leitende irakische Sprecher gab gestern bekannt, man will keine Probleme mit irgendeinem Land provozieren, "besonders nicht mit dem Iran". Er sah keine Anhaltspunkte dafür, dass Teheran die schiitischen Freiheitskämpfer unterstützen würde, die sich in ihrem Kampf auch gegen die amerikanischen Truppen wenden. Seiner Meinung nach existiert keine schlüssige Beweisführung dafür, dass die bei Durchsuchungen aufgefundenen Raketen der militanten Schiiten von der iranischen Regierung geliefert wurden.

Man wolle die Beziehungen zum Iran weiterhin freundschaftlich gestalten. Man könne nicht ignorieren, dass es sich beim Iran um einen Nachbarn handelt. Der Irak will ein Aufleben der Spannungen vermeiden, die damals zumeist von fremden Nationen angeheizt wurden. Dafür wäre der Preis, den man dafür bezahlen musste, viel zu hoch gewesen.

Ali al-Dabbagh versucht die Eskalation im Mittleren Osten auf kleiner Flamme zu halten. Eine gute Zeit gegenzurudern, denn die ablehnende Haltung der Teheraner Führung in Bezug auf den US-Dollar könnte auf Dauer in einer militärischen Auseinandersetzung münden. Ein zweiter Flugzeugträger wurde jüngst vom Pentagon in Richtung Persischer Golf entsendet. Man will sich so neue Optionen für einen Angriff des Iran eröffnen, vielleicht soll es aber nur eine weitere Machtdemonstration der Amerikaner darstellen. Wegen des Verdachts, man würde Waffen in den Irak einschmuggeln, arbeiten die Militärs der USA derzeit Angriffspläne aus. Eine Offensive soll nicht unmittelbar bevorstehen, sicherlich wird man die Entscheidung davon abhängig machen, ob beziehungsweise wann der Iran erfolgreich bei der Anreicherung von Uran für militärische Zwecke sein wird. Gerüchte besagen, die Führung der USA wolle sich in naher Zukunft mit einem Ultimatum an den Iran wenden. Teheran soll seine nuklearen Forschungsstationen einstampfen, oder man würde anderenfalls die Waffen sprechen lassen. Von Diplomatie oder Deeskalation leider keine Spur.

iran, iraque, war, nuclear, usa, bombZu den aktuellen Ereignissen kam es durch die Ankündigung der iranischen Führung, man würde das geförderte Öl ab sofort nur noch gegen Yen und Euro verkaufen. Damit sprach man gegenüber der amerikanischen Währung sein Misstrauen aus. "Der Dollar wurde aus allen Öl-Transaktionen des Iran getilgt", so der Sprecher Hojjatollah Ghanimifard letzte Woche Mittwoch. Um seinerseits zu provozieren, sprach der iranische Präsident davon, der Dollar wäre nicht das Papier wert, auf dem es gedruckt wurde. Ebenfalls hat die Zentralbank des Landes ihre Reserven in US-Dollar stark reduziert. Den US-Banken ist es ehedem verboten, direkte Transfers mit dem Iran durchzuführen. Unter Einflussnahme von Washington hatten auch zahlreiche europäische Banken ihre Kontakte mit dem "feindlichen" Iran auf ein Minimum begrenzt. Analysten befürchten einen weiteren Anstieg der Rohölpreise, die sich schon jetzt auf Rekordniveau befinden. Dem Druck aus den USA könne die Regierung nur deswegen standhalten, weil der Iran wegen seines Exports pro Jahr rund 80 Milliarden Dollar umsetzt.

Fraglich allerdings bleibt, ob der Run auf die Rohstoffe wie Gas und Öl einen weiteren Krieg im Mittleren Osten rechtfertigen kann. Zudem hätte die gut gerüstete iranische Streitmacht dem Angreifer einiges entgegenzusetzen. Einen direkten Einmarsch wird man nicht riskieren wollen, die Zahl der Todesopfer wäre auf beiden Seiten immens. Bleibt zu hoffen, die Sitation bleibt stabil und die Kontrahenten belassen es dabei, iran, iraque, terror, war, oillediglich ihre Muskeln spielen zu lassen.

(Via Fefes Blog, CBSnews 1 & 2, iht.com)

  • 66 Kommentare zum Artikel
  • Der Kollege @Crass Spektakel hielt es für richtig mich, @Raphnex und @DUDE6 völlig ohne Not in unschöner Weise bei völlig peripheren Dingen zu berichtigen. Zitat: Zitat von Crass Spektakel Negativ, Iran hat keine Grenzen mit Rußland oder China und Afghanistan ist keine Atommacht. Ich habe nicht von "Grenzen mit" sondern "umzingelt von" geschrieben. Und Atomwaffen werden nun ...

    Lucky_Skywalker am 11.05.2008 03:54
  • @Crass Spektakel: Posts zerpflücken und die eigentliche Aussage verfälschen, dumme flamecomments drunter schreiben damit ich blöder da stehe, was ne Leistung! Ich nehme deine Einladung zum Flamewar nicht an, hab schon genug gewonnen :> Greetz Raphnex edit: Zitat: Dämliche MTV-Generation, hat eine Aufmerksamkeitsspanne von der Länge eines Klingeltons. Haha der ist geil, könnte von mir ...

    Raphnex am 11.05.2008 16:44
  • Zitat: Zitat von Lucky_Skywalker Der Kollege @Crass Spektakel hielt es für richtig mich, @Raphnex und @DUDE6 völlig ohne Not in unschöner Weise bei völlig peripheren Dingen zu berichtigen. Eine Runde Mitleid: [IMG]http://lolcats.com/images/u/07/43/lolcatsdotcomv4zdxit9asz2o214.jpg[/IMG] Zitat: Zitat von Lucky_Skywalker Ich habe nicht von "Grenzen mit" ...

    Crass Spektakel am 12.05.2008 17:42

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